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Im Fokus: Genossenschaften – innovativ für Stadt und Land | Veröffentlicht am 05.03.2021

Bundesweit einzigartig

Neue Technologien wie Blockchain* und die digitale Daseinsvorsorge für die öffentliche Hand vorantreiben und eine bundesweite Netzwerkinfrastruktur für Anwendungen schaffen. Das ist Ziel der im Dezember 2019 in Berlin gegründeten govdigital eG. Über Hintergründe und Herausforderungen gibt Geschäftsführer Matthias Kammer im Gespräch mit GENiAL Antworten.

Im Dezember 2019 wurde die govdigital eG gegründet. Was sind ihre Ziele?
Matthias Kammer: Wir, das heißt damals 10, heute 15 öffentliche IT-Dienstleister, haben uns mit diesem Schritt auf den Weg gemacht, um neue Technologien für die öffentliche Hand voranzutreiben. Es geht darum, hierzulande nicht nur sichere und vertrauenswürdige Infrastrukturen in Form von Gebäuden, Straßen und Brücken aufzubauen, sondern eine ebenso verlässliche IT-Infrastruktur. Nicht zuletzt führt uns nun die Corona-Pandemie gerade vor Augen, welche Bedeutung das Zusammenspiel in der digitalen Welt für das Gemeinwesen bereits hat und vor welchen großen Herausforderungen wir stehen.

Sie meinen, dass Sie die Funktionalität des Staates für die Zukunft sicherstellen wollen…
Genau, unser Ziel ist es nicht zuletzt, die „digitale Souveränität“ der Verwaltungen im föderalen Staat zu stärken. Als IT-Dienstleister sind unsere Mitglieder für die sichere und souveräne Digitalisierung von Staat und Kommunen zuständig. Deshalb sehen wir es als wirklich notwendig an, gewisse Technologien und Entwicklungen selbst mitzugestalten oder zumindest in unseren eigenen, nach hiesigen Standards zertifizierten Rechenzentren zur Verfügung stellen zu können. Wir wollen die Basis für eine „digitale Daseinsvorsorge“ der Bürger*innen stärken und ausbauen helfen. Anwendungen auf Grundlage von Blockchain und Künstlicher Intelligenz (KI) können dabei unterstützen, wenn sie neben Effizienz auch Sicherheit und Datenschutz gewährleisen – das ist unser Anliegen.

Von einer klassischen Genossenschaft ist govdigital weit entfernt. Worin besteht ihre Besonderheit?
Im Vergleich zu klassischen Genossenschaften befassen wir uns mit neuen Technologien aus der IT-Branche. Hinzu kommt, dass wir eine noch ganz junge Genossenschaft sind – manche sagen sogar ein Start-up. Unsere Mitglieder existieren zumeist aber schon seit Jahrzehnten und bringen als weiterhin selbstständige Gesellschaften sehr viel Erfahrung und Know-how ein.
Allen Mitgliedern gemein ist, dass sie nicht nur die Bedeutung eines gemeinsamem und ebenenübergreifenden Ansatzes erkannt haben, sondern sich aktiv als Treiber neuer Technologien im öffentlichen Sektor engagieren. Eine solche unternehmerische Kooperation aller drei staatlichen Ebenen, gar auf gleichberechtigter Grundlage einer Genossenschaft, ist bundesweit ein Unikum!

Um was für Mitglieder handelt es sich dabei – was machen sie?
govdigital umfasst mittlerweile 15 öffentliche Unternehmen aus dem IT-Bereich, aus allen drei staatlichen Ebenen. Es sind zwölf kommunale IT-Dienstleister, die in zahlreichen Städten, Gemeinden und Landkreisen in Deutschland dafür sorgen, dass die Computer und Netzwerke funktionieren. Einige davon sind zusätzlich auch für die Landesebene zuständig. Zwei Mitglieder sind zudem ausschließliche „IT-Landesdienstleister“. Schließlich gibt es auf Bundesebene die Bundesdruckerei mit Sitz in Berlin, die sich um übergreifende Lösungen für die gesamte Bundesrepublik kümmert; dazu gehören etwa der neue Personalausweis mit Online-Funktionen sowie Lösungen für mehr digitale Sicherheit und Datenschutz im behördlichen Umfeld.

Welche Gründe haben zur Wahl der Rechtsform geführt?
Das Modell einer Genossenschaft erschien maßgeschneidert für unsere Zwecke, denn diese Form ist – genauso wie unsere Mitglieder selbst – öffentlich beziehungsweise kommunal geprägt und betont das Kooperative. Die in ihrer Rechtsform und Größe durchaus unterschiedlichen Mitglieder können und sollen sich in der govdigital eG auf Augenhöhe begegnen. Gleichzeitig sind weitere Interessenten aus der Branche öffentlicher IT-Dienstleister in der Lage, bei vergleichbar geringem bürokratischen und finanziellen Aufwand recht einfach hinzuzustoßen.
Dass wir im ersten Jahr unseres Bestehens und während der Corona-Krise die Zahl unserer Mitglieder trotzdem schon um 50 Prozent steigern konnten, hat sicherlich auch mit unserer schlanken Genossenschaftsstruktur zu tun. Während der Pandemie haben wir mehrfach ein digitales Umlaufverfahren genutzt, um intern die Einwilligung der bisherigen Mitglieder für Neuaufnahmen einzuholen. Beim letzten Mitgliedsbeitritt gelang das innerhalb eines Wochenendes – das war unglaublich schnell!

Spiegelt sich die Mitgliederstruktur auch in der Besetzung der Gremien wider?
Das kann man bestimmt so sagen. Wir haben bei der Gründung insbesondere darauf geachtet, dass die verschiedenen Ebenen entsprechenden Einfluss haben: Der Vorstand setzt sich aus einem kommunalen sowie einem Vertreter der Landesebene zusammen. Im Aufsichtsrat „repräsentieren“ zwei Vertreter die kommunale und ein Mitglied die Bundesebene.

Kann man govdigital als digitalen Innovationstreiber für die öffentliche Hand bezeichnen?
Diesen Anspruch haben wir, allerdings stehen wir nach gut 13 Monaten unseres Bestehens noch am Anfang. Wir wollen künftig ein umfassendes Leistungsportfolio anbieten, das die Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungen neuer Technologien und deren notwendiger Infrastruktur beinhaltet und auch Beratungsleistungen einschließt. Ein wesentlicher Aspekt ist die Entwicklung der Blockchain-Technologie. Ohne ins Detail zu gehen, steht die Blockchain in ihrer Systematik ebenso wie das Genossenschaftsmodell für Dezentralität und Partizipation – genau das erlaubt es, Beteiligung und Souveränität im öffentlichen Sektor gemeinsam auszubauen.

Wo sehen Sie govdigital in den nächsten Jahren, gibt es bereits konkrete Projekte?
Unser Interesse und unsere Aktivitäten richten sich auf verschiedene Technologien. Im Rahmen eines Konsortiums feilen wir aktuell daran, auf Blockchain-Basis ein digitales Corona-Gesundheitszertifikat und einen digitalen Impfpass anzubieten. Beide Lösungen ermöglichen es, den Test- beziehungsweise Impfstatus digital vorzuhalten; getestete Personen können ihn in Eigenregie verwenden und bei Bedarf auf einem mobilen Endgerät in digitaler Weise „vorzeigen“. Unsere Partner sind Hersteller medizinischer Geräte, Labore, Krankenhäuser und Anbieter klinischer Datenverwaltungssysteme.
Zudem sehen wir auf dem Gebiet der KI Potenzial, um vor allem einfache öffentliche Leistungen und Services zu automatisieren. Ein Beispiel dafür sind Chatbots*, an deren Entwicklung eines unserer Mitglieder rundum den Bürgerservice beteiligt ist. Hier geht es darum, Verwaltungen zu entlasten sowie die Serviceorientierung und Leistungsfähigkeit von Staat und Verwaltung – gerade in Krisensituationen – zu stärken.

Hans-Peter Leimbach


Was ist eigentlich ...

... eine Blockchain?
Eine Blockchain ist eine verteilte, öffentliche Datenbank. Im Kontext von Bitcoin wird diese Datenbank genutzt um Geldtransaktionen zu verwalten. Der Begriff „Chain“ kommt von der Kette, zu der die Transaktionen in chronologischer Reihenfolge hinzugefügt werden. (Quelle: Gablers Wirtschaftslexikon)

... ein Chatbot?
Chatbot oder kurz Bot ist ein textbasiertes Dialogsystem, das das Chatten mit einem technischen System erlaubt. Er hat je einen Bereich zur Textein- und -ausgabe, über die sich in natürlicher Sprache mit dem System kommunizieren lässt. Chatbots können, müssen aber nicht in Verbindung mit einem Avatar benutzt werden. Ein Avatar ist eine künstliche Person oder ein grafischer Stellvertreter einer echten Person. (Quelle: Wikipedia)


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