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Im Fokus: Genossenschaften – innovativ für Stadt und Land | Veröffentlicht am 05.03.2021

Auf ins Kloster!

Dort wo zuletzt sechs Brüder ihr Zuhause hatten, hegen und pflegen jetzt Genoss*innen einen besonderen Begegnungsort mitten im Ort. Über 375 Jahre lebten Franziskaner in Rheda-Wiedenbrück. Weil keine Jüngeren nachkamen, sollte das Kloster geschlossen werden. Um es zu retten, formierte sich eine tatkräftige, weltliche Gemeinschaft.

Was früher nur selten zugänglich war, ist heute nahezu täglich geöffnet: für alle, die hinter idyllische Klostermauern blicken und auf den Spuren der Franziskaner wandeln wollen. Die 3.770 Quadratmeter große Klosteranlage bewahrt nicht nur das Andenken an die Ordensbrüder. Sie ist mehr als das: Hier wird von engagierten Bürger*innen seit über einem Jahr ein einzigartiger Ort belebt, bespielt und weiterentwickelt. „Das Kloster ist ein Raum für Begegnung, Besinnung und Kultur. Es verfügt über bewegende Orte wie das Refektorium oder die historische Bibliothek und lädt mit seinem zauberhaften Garten zum Rein- und Runterkommen ein“, sagt Sonja Rakete, Vorstandsvorsitzende der Kloster Wiedenbrück eG.

Im jahrhundertealten Klostergemäuer weht jetzt ein frischer Wind. Am 20. Januar 2020 wurde mit der Gründung der gemeinnützigen Genossenschaft ein neues Jahrzehnt, eine neue Nutzung für das denkmalgeschützte Gebäude eingeläutet. Was zunächst im kleinen Kreis anfing, wuchs trotz Corona stetig weiter und zusammen. Mittlerweile zählt die eingeschworene Gemeinschaft, die sich für den Erhalt des Klosters stark macht, mehr als 800 Genoss*innen.

Durch ihr handfestes Mitwirken steht das schmiedeeiserne Tor des geschichtsträchtigen Gebäudes inmitten der Kleinstadt Rheda-Wiedenbrück weit(er) offen. Am 30. Juni vergangenen Jahres hat die Genossenschaft das Kloster von der Deutschen Franziskanerprovinz gekauft, ist seither dessen Betreiberin. Wo zuletzt sechs, zumeist über 80-jährige Brüder lebten, treffen sich nun regelmäßig über 50 Freiwillige der Genossenschaft. Sie hegen und pflegen nicht nur die gesamte Anlage und nehmen in Teams verschiedenste Aufgaben wahr – von Handwerkern und Gärtnern über Handarbeiten bis zum Willkommens-team für Besucher*innen. Sie gestalten auch das Programm.

Raum für Begegnung

Die Franziskaner gingen für immer, dafür gehen heute viele Interessierte aus nah und fern im Kloster ein und aus. Hier haben jetzt neben dem NABU auch örtliche Vereine als Mieter ein Zuhaus‘, hier treffen sich verschiedenste Gruppen. „Wir haben noch genug Raum für weitere Institutionen und Vereine, das Interesse ist enorm. Wir wollen im Kloster künftig noch mehr Begegnung ermöglichen, Synergieeffekte und Verzahnungen nutzen“, berichtet Sonja Rakete. Sie ist seit der ersten Stunde des klösterlichen Neuanfangs dabei, hat mit drei Mitstreiter*innen, die ebenso im Vorstandsteam sind, die Idee zur öffentlichen Nutzung der Klosteranlage auf den Weg gebracht.

Neuland hat Sonja Rakete dabei keineswegs betreten, das Klosterareal war ihr schon länger vertraut. Seit Ende 2018 war die Marketingberaterin in ihrer Freizeit dort im Einsatz, hatte den Ordensbrüdern tatkräftige Hilfe im Garten angedeihen lassen. Verstärkung in den Beeten, Laubengängen und auf den Rasenflächen gab es von zwei Gleichgesinnten, ihrem Mann Michael Rakete sowie Sabine Daelen. Sie wirkten ehrenamtlich im klassisch angelegten Klostergarten mit – und krempelten auch direkt die Ärmel hoch, als sie im April 2019 erfuhren, dass das Franziskaner-Kloster geschlossen werden sollte.

„Für uns war sofort klar, dass wir etwas machen müssen, um das Kleinod zu retten“, erzählt die 56-Jährige. Statt an einen Investor verkauft zu werden, sollte das Gebäude nebst denkmalgeschütztem, 2.000 Quadratmeter großem Garten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: So war der Plan des Gründungsteams, der erfolgreich aufging. Er wurde von der Stadt, von Unternehmen und Privatleuten unterstützt – auch finanziell. „Ein echter Glücksfall, das große Maß an Hilfe und Engagement war einfach tolI“, sagt Sonja Rakete.

Im Vorstand der noch jungen Genossenschaft ziehen sie, Michael Rakete, Sabine Daelen sowie Bettina Windau an einem Strang. Letztere bringt sich unter anderem als Expertin für Fördermittel ein. Hauptaufgabe des Vorstandsteams ist es nun, die gesamte Organisation weiter zu professionalisieren. „Uns ist die Einbindung der Bürgerschaft vor Ort wichtig, die sich mit hoher Identifikation für unser Gemeinschaftsprojekt stark macht“, so die Vorstandsvorsitzende. Denn die Kloster Wiedenbrück eG hat sich in ihrer Satzung ausdrücklich der Gemeinnützigkeit verschrieben. Nicht zuletzt deshalb steigt die Zahl neuer Mitglieder, die mitwirken und teilhaben wollen: Ein Genossenschaftsanteil kostet 125 Euro, maximal 20 Anteile können erworben werden.

Gästehaus & Klosterladen

Als zusätzliche Einnahmequelle dient ein Gästehaus für Jugend- oder Seminargruppen und auch ein Klosterladen, der erstmals im Oktober vergangenen Jahres öffnete. In diesem werden Produkte aus dem Garten sowie Handgemachtes verkauft. „Das kam bestens an und war ein Riesenerfolg, nach 14 Tagen waren wir nahezu ausverkauft“, erzählt Sabine Daelen, die für den Klosterladen verantwortlich ist. Und auch am 1. Adventswochenende 2020 gingen hier Mützen, Schals, selbstgebackene Stollen oder Klosterkekse über die Theke, bis sich die Corona-Situation wieder zuspitzte. Künftig soll der Laden mit saisonalen Angeboten viermal im Jahr öffnen. In Lockdown-freien Zeiten finden im Garten wieder Entspannungs- und Sportkurse statt – und auch spezielle Zielgruppen-Führungen sollen angeboten werden.
Zukunftspläne hat die eG noch viele, um einen zentralen Ort der Begegnung zu schaffen. Dafür fand im Herbst vergangenen Jahres eigens ein Workshop statt, bei dem jede Menge Ideen flossen. „Die wollen wir jetzt sukzessive verwirklichen“, sagt Sonja Rakete. Nicht nur für Einheimische lohnt sich ein Besuch. Also, auf ins Kloster.

Anja Pieper


www.kloster-wiedenbrueck.de


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