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Im Fokus: Genossenschaften für nachhaltige Städte und Gemeinden | Veröffentlicht am 29.07.2021

Einmal Kontoauszug und Käse

Das Gute liegt oft so nah. Dies gilt für regionale Erzeugnisse ebenso wie für kundenorientierte Kreditinstitute vor Ort. Die Marktscheune Wittelsberg und die Volksbank Mittelhessen bringen nun beides unter einen Hut oder vielmehr in die RegioAutomaten: Diese stehen bald in oder vor 50 Volksbank-Filialen und bieten rund um die Uhr mehr als 30 heimische Lebensmittel und Spezialitäten.

Sparen ist das eine, Einsparen das andere. Die Volksbank Mittelhessen verbindet beides auf vorbildliche und besonders nachhaltige Weise. Denn mit den in ihren Filialen stehenden RegioAutomaten – prall gefüllt mit Produkten aus der näheren Umgebung – bietet sie nicht nur jede Menge heimische Köstlichkeiten auf Knopfdruck. Sie sorgt zudem dafür, dass lange Transportwege und somit viel klimaschädliches CO2 eingespart werden – und zudem eine vielerorts klaffende Lücke in der Nahversorgung geschlossen wird. „Mit diesem Projekt treiben wir als Volksbank unser Nachhaltigkeitsengagement weiter voran und tun gleichzeitig etwas für unsere Kund*innen, von denen einige auch Erzeuger*innen sind“, sagt Dr. Lars Witteck, Vorstand der Volksbank Mittelhessen.

In vielen Gesprächen stießen die Verantwortlichen der genossenschaftlichen Bank schon seit Langem auf ein Grunddilemma, so Dr. Lars Witteck: „Die meisten Verbraucher kaufen im Supermarkt Bio-Produkte, die in Brasilien produziert und einmal um den halben Erdball geflogen werden. Dabei wissen viele nicht, dass sie der kleine Landwirtschaftsbetrieb im Nachbarort auch produziert.“ Letzterer wiederum hat jedoch ob seiner fehlenden Größe oft nicht die Möglichkeit, einen Direktvertrieb anzubieten. Genau hier kamen Katharina und Carsten Marin ins Spiel. Denn sie machten aus dieser Not eine Tugend: Sie brachten verschiedene Player an einen Tisch beziehungsweise dazu, gemeinsam die Idee ihrer Marktscheune mit Leben und die RegioAutomaten mit Lebensmitteln zu füllen. Doch der Reihe nach.

Ein Projekt mit Geschichte
Als Katharina und Carsten Marin nach der Geburt ihrer Tochter von Frankfurt zurück in ihr Heimatdorf Wittelsberg zogen, stellten sie schnell fest, was fehlte. „Den Supermarkt oder Dorfladen bei uns und auch in vielen Nachbargemeinden gab es nicht oder kaum mehr“, erzählt Carsten Marin. Also machten der studierte Betriebswirt und Mediziner sowie die Art-Direktorin und Medienmanagerin Nägel mit Köpfen. Sie kauften einen alten Bauernhof, in dem ein witterungsunabhängiger Markt für regionale Direktvermarkter mit angeschlossenem Hofcafé, Hofladen und einer Veranstaltungsfläche entstehen sollte: die Marktscheune Wittelsberg. Die Baugenehmigung kam Anfang 2020 – und kurz darauf die Corona-Pandemie, die die Pläne ins Stocken brachte.

Die Kund*innen können zwar nach wie vor nicht kommen, dafür aber kamen und kommen mehr und mehr Erzeuger*innen, die diese direkte Absatzstelle für ihre vor Ort produzierten Produkte klasse finden. Und da sich der Um- und Ausbau der Scheune immer weiter verzögerte, bauten die Marins sich und damit auch den heimischen Händlern und Erzeugern kurzerhand ein zweites Standbein auf: den RegioAutomaten. „Der erste kam so gut an, dass wir schon nach vier Wochen zwei weitere bestellt haben“, sagt Carsten Marin. Mit diesen modernen, vollautomatisierten Kühlvitrinen, die es auch andernorts in Deutschland bereits gibt, habe man das Rad zwar nicht neu erfunden. „Die Vielfalt, die wir hier anbieten, ist aber einzigartig“, weiß Carsten Marin.

Einzigartige Kooperation
Mittlerweile sind diese mit 35 verschiedenen heimischen Produkten und Grundnahrungsmitteln bestückt – natürlich nachhaltig, regional, saisonal, frisch, fair und zudem Corona-konform kontaktlos erhältlich. Dies gefiel nicht nur einer zunehmenden Käuferschaft, sondern auch der Volksbank Mittelhessen. Getreu dem Motto „Automat und Automat gesellt sich gern“ entstand Ende 2020 eine einzigartige Kooperation: Seither sorgt die Marktscheune in Wittelsberg für den reibungslosen Betrieb sowie die Befüllung der RegioAutomaten, während die Volksbank Mittelhessen die Fläche und Infrastruktur zur Verfügung stellt. Bis Ende dieses Jahres sollen neben den bereits sechs bestehenden schicken Einkaufsautomaten weitere 44 im gesamten Geschäftsgebiet aufgestellt werden.

Hier lernen die Verbraucher*innen die große Vielfalt unserer heimischen Produkte kennen, während die Erzeuger*innen wiederum eine optimale Absatzmöglichkeit und einen angemessenen Preis erhalten“, betont Dr. Peter Hanker, Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen eG und Verbandsratsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes – Verband der Regionen e.V. Für ihn ist diese Kooperation ein wichtiger Baustein beim Engagement für eine nachhaltige Zukunft, für die sich das genossenschaftliche Kreditinstitut auf vielfältige Weise einsetzt – sei es mit dem Förderwettbewerb „Ab in die Natur“, der Beteiligung an Windparks oder dem Angebot nachhaltiger Geldanlagen.

Tolles Feedback allerseits
Der Clou der RegioAutomaten: Sie sind so technisiert, dass stets das aktuelle Sortiment abgerufen werden kann – und das sowohl von Betreiber Carsten Marin als auch von den Kund*innen. Denn alle Automaten sind ans Internet angeschlossen, sodass jede*r von Zuhause erst einmal die aktuelle Verfügbarkeit überprüfen kann. Bockshorn- oder Ziegenkäse, Spargel, Stracke (= luftgetrocknete hessische Wurstspezialität), Grillwurst, Eier oder Sahne: Aus den RegioAutomaten in der Volksbank-Filiale Lollar, am Klinikum Marburg-Dagobertshausen sowie an den derzeit elf anderen Standorten kommt vieles, was das kulinarische Heimatherz begehrt und man für den täglichen Bedarf benötigt – und das rund um die Uhr und bar, per Karte oder via Applewatch bezahlbar. „Hier gibt es einen schönen Querschnitt dessen, was unser tolles Mittelhessen an regionalen Marken alles zu bieten hat“, sagt Dr. Lars Witteck. Die Resonanz gibt allen recht: „Das Feedback auf diese ungewöhnliche Zusammenarbeit und das Angebot ist extrem positiv, sei es von den Verbraucher*innen, den Erzeuger*innen oder auch in der Presse.“Anja Scheve


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