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Im Fokus: Genossenschaften für nachhaltige Städte und Gemeinden | Veröffentlicht am 29.07.2021

Den Laden im Dorf lassen

Erst das Aus für die Grundschule, dann machte die Gaststätte dicht – und auch dem Lebensmittelgeschäft drohte die endgültige Schließung. Gegen die Verödung ihres Ortes setzen sich engagierte Bürger*innen ein: Um die Nahversorgung in ihrem 2.200-Seelen-Dorf zu sichern, gründeten sie die Einkaufs- und Versorgungsgenossenschaft Ottfingen eG. Nicht nur der eigene Laden floriert, auch weitere Projekte gedeihen.

Der Dorfladen verfügt auch über einen Bereich mit verschiedensten regionalen Produkten: Vorstandsvorsitzender Olaf Arns mit Verkäuferin Martina Fischer (Mitte), die von Anfang an dabei ist, sowie Vorständin Silke Niederschlag (verantwortlich für Marketing).

Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität auf dem Land und schreiben täglich Dorfgeschichte: Mittlerweile 444 Genoss*innen stehen hinter dem Einkaufsladen, während darin fünf Festangestellte und acht Aushilfen einen neuen Arbeitsplatz fanden. Als Pächterin und Betreiberin sorgt die Einkaufs- und Versorgungsgenossenschaft Ottfingen eG dafür, dass es in der kleinen Ortschaft im Sauerland alle Produkte des täglichen Bedarfs gibt. Anfang September 2020 öffnete der Dorfladen seine Pforten – und läuft heute sozusagen wie geschnitten Brot. Denn über frische Backwaren hinaus gibt es dort vieles, was es vorher vor Ort nicht zu kaufen gab. Das zieht Kundschaft aus Ottfingen sowie Nachbarorten an. Mit heute über 3.000 Artikeln im Sortiment – darunter Bio- und regionale Produkte –, mit einer Frischetheke, einem Getränkebereich sowie mit Drogeriewaren bestückt, bleiben so gut wie keine Wünsche offen. 280 Quadratmeter zählt das von der Genossenschaft komplett renovierte Geschäft, das im modernen Landhausstil eingerichtet wurde.

Der Dorfladen als Treffpunkt
„Die Resonanz ist gut und das Aufkommen an Kund*innen ist aktuell noch höher als bei der Eröffnung“, berichtet Olaf Arns, Vorstandsvorsitzender der Einkaufs- und Versorgungsgenossenschaft Ottfingen. Nicht nur für die Älteren wurde nachhaltig die fußläufige Nahversorgung im Ort gesichert, sondern „der Dorfladen dient als Treffpunkt für alle“, sagt Olaf Arns. Im Geschäft wird weitaus mehr als nur eingekauft, hier wird geplauscht und im dazugehörigen Bistro nach dem Corona-Lockdown wieder zusammen Kaffee getrunken. Künftig sind Weinverkostungen und weitere Aktionen geplant, um „die Geselligkeit und Gemeinsamkeit zu fördern“, erzählt der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft.

Was heute im Dorf für mehr Dynamik und Leben sorgt, hat zuvor jede Menge Schweiß und unzählbare Stunden ehrenamtlicher Arbeit gekostet. Olaf Arns machte sich von Anfang an für das Projekt Dorfladen stark, hat mit engagierten Mitstreitern die Idee dazu angestoßen und die Umsetzung gemeinsam mit Bürger*innen auf den Weg gebracht.
Ein Rückblick: Im Sommer 2019 starteten vier Männer des Ortes eine Mission – und bildeten innerhalb des Vereins „Zukunfts-Werkstatt Ottfingen (ZWO)“ die Projektgruppe Dorfladen. „2018 hatten wir erfahren, dass der damalige Betreiber das Geschäft aus wirtschaftlichen Gründen sowie wegen eines fehlenden Nachfolgers aufgeben wird“, erzählt Olaf Arns, der auch Vorsitzender von ZWO ist.

Jede Menge Elan für neue Pläne
Damit im einzigen Einkaufsladen nicht für immer die Lichter ausgingen, wurden von der Projektgruppe Hunderte Dorfbewohner*innen mobilisiert. „Aus unserem vorherigen Kampf für den Erhalt der Grundschule, den wir leider nicht gewonnen haben, ist ein enormer Schwung erwachsen. Den haben wir mitgenommen, um zusammen der Verödung des Dorfes entgegenzuwirken“, berichtet Olaf Arns. Und so nahmen im ZWO-Projekt die Konzepte und gesamten Planungen für einen genossenschaftlich organisierten Laden Gestalt an, auch Wirtschaftlichkeitsanalysen wurden erstellt. Darin flossen ebenso Erkenntnisse aus Befragungen der Bürger*innen zum Kaufverhalten ein. Nach der Absolvierung eines enormen Aufgabenpakets inklusive Klärung der Finanzierung war es im März 2020 endlich so weit: In der ehemaligen Ottfinger Grundschule fand die Gründungsversammlung der eG statt. „Sie ist als Einkaufs- und Versorgungsgenossenschaft so angelegt, dass wir gegebenenfalls künftig zum Beispiel die 2019 geschlossene Dorfgaststätte in Eigenregie führen können“, erläutert der Vorstandsvorsitzende.

Das ist noch Zukunftsmusik. Der eigene Laden ist indes längst Realität – und hat sich zum Verkaufsrenner entwickelt. Gerade auch, weil „unsere Mitglieder aktiv mitbestimmen und mitwirken, die gemeinsame Verantwortung tragen“, sagt Olaf Arns. Mit einem Eigenkapital von rund 130.000 Euro ging die Genossenschaft an den Start, wurde zusätzlich mit 84.000 Euro vom LEADER-Programm der EU gefördert. Zudem gewährte die Gemeinde Wenden, zu der Ottfingen gehört, ein zinsloses Darlehen.

Mit vollem Einsatz dabei
Damit war der Traum vom eigenen Laden auch finanziell eingetütet. Schon die Eröffnung war äußerst vielversprechend, zehn Monate danach geht es in Ottfingen geschäftiger denn je zu. „Wir müssen eine knappe Million Euro Bruttoumsatz pro Jahr anpeilen, damit der Laden sich trägt“, berichtet der Vorstandsvorsitzende, der den 48-seitigen Businessplan erstellt hat. Der studierte „Executive Master of Business Administration (MBA)“ investierte auch dabei viel Zeit. Voller Einsatz wurde von zig Ehrenamtlichen an etlichen weiteren Stellen geleistet, wie bei der Renovierung der Geschäftsräume. „Es haben sich immer Leute gefunden, die mitgeholfen haben“, sagt er. Und das parallel zu ihren Jobs.

Olaf Arns, der hauptberuflich in der Geschäftsführung eines Unternehmens arbeitet, hat mit den Vorstandskolleg*innen der Ottfinger Genossenschaft noch etliche Ideen für den Laden auf Lager. „Wir wollen hier ‚Erlebnis-Einkaufen‘ schaffen, also besondere Aktionen anbieten“, berichtet er. Dazu gehören beispielsweise Kochboxen mit Zutaten nebst Rezepten oder zukünftig etwa Kaffeeverköstigungen mit einer regionalen Rösterei. Was für die eG gilt, trifft ebenso für die Zukunfts-Werkstatt Ottfingen zu. Weitere ZWO-Projekte sind in der Pipeline. Darunter der Breitbandausbau und die Neugestaltung von Spielplätzen. In der „heißen Phase“ ist laut Olaf Arns bereits die „Kulturwerkstatt Wendener Land“, die im Westflügel der einstigen Grundschule entstehen soll.

Anja Pieper

www.ottfingen.info/wirtschaft-und-tourismus/genossenschaft/einkaufs-und-versorgungsgenossenschaft-ottfingen-eg/


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