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Im Fokus: Genossenschaften für nachhaltige Städte und Gemeinden | Veröffentlicht am 29.07.2021

CoLibri – Buchhandlung, Genossenschaft, Kommunikationsdrehscheibe und mehr

Nach über 30 Jahren stand die beliebte Buchhandlung CoLibri in Wipperfürth vor dem Aus. Doch die Kund*innen wollten das nicht hinnehmen. Sie gründeten eine Genossenschaft und sorgten so für das Weiterleben.

Mit 70 Jahren sollte Schluss sein für Renate Hochstein, die alleinige Inhaberin der Buchhandlung CoLibri. Doch die Suche nach Nachfolger*innen gestaltete sich schwierig. Daher stand der beliebte Treffpunkt für Bücherliebhaber*innen in der 21.000 Einwohner*innen zählenden Hansestadt Wipperfürth kurz vor dem Aus. Dies wollte die Kundschaft jedoch nicht zulassen, ist doch die alteingesessene Buchhandlung eine Kommunikationsdrehscheibe für viele Menschen. „In unserem Nachbardorf Thier war aus einer vergleichbaren Situation heraus ein Dorfladen als Genossenschaft weitergeführt worden. Daraus ergab sich die Idee, einen ähnlichen Weg einzuschlagen“, erzählt Norbert Drecker, Mitinitiator und heutiger Aufsichtsratsvorsitzender der CoLibri eG.

Bei einer ersten Umfrage unter den Kund*innen meldeten sich 200 Personen, die eine Genossenschaftsgründung unterstützen wollten. „Besonders wichtig für die nächsten Schritte war es, dass sich Verantwortliche gefunden haben, die an der Gründung der Genossenschaft aktiv mitarbeiten wollten“, erinnert sich Drecker. Neun Personen, eine Mischung zwischen Kund*innen und Mitarbeiter*innen, bildeten dann formal die Gründungsmitglieder. „Alle waren von Anfang an mit Begeisterung und Engagement dabei. Allerdings wurde schnell klar, dass die formalen Hürden zur Gründung der herausforderndste Teil des Ganzen waren“, erinnert er sich.

Genossenschaftsverband unterstützt die Gründung

An dieser Stelle kam noch einmal das Vorbild des Dorfladens zum Tragen. Denn ein Mitglied des Gründungsteams hatte auch dort den Gründungsprozess begleitet und stellte den Kontakt zum Genossenschaftsverband her. „Die Gründung hatte ich mir so komplex nicht vorgestellt“, erinnert sich Drecker rückblickend. „Aber unser Gründungsberater, Dr. Möller zeigte uns auf, welche wertvollen Unterstützungsleistungen der Genossenschaftsverband in Form von Planungstools, Musterverträgen usw. zur Verfügung stellt“.

Nach der Gründungsversammlung starteten die Gründer*innen damit, Mitglieder zu werben. „Unser Ziel war es, etwa 75.000 Euro an Startkapital einzusammeln“, sagt Drecker. „Aber wir wurden mit Zeichnungsaufträgen beinahe überschüttet“, erinnert er sich. „Wir waren überrascht und die Freude beim Gründungsteam über diese Unterstützung aus der Bevölkerung war riesig“, erzählt er.

Pünktlich zum Jahresstart 2021 wurde der Betrieb in der neuen Rechtsform offiziell aufgenommen. „Die Schließung der Buchhandlung aufgrund der Corona-Pandemie war eine gute Gelegenheit, die Aufgaben zur Inventur, zur Neusortierung des Angebots und zur Einführung der Warenwirtschaft mit neuer IT umzusetzen. Letztere konnte zu 80 Prozent aus dem Digitalisierungsprogramm ‚Neustart Kultur‘ des Bildungsministeriums finanziert werden“, berichtet die Vorständin Gisela Osenberg.

Der Laden war auch im Lockdown durchgängig besetzt, um per E-Mail, Web-
shop und Telefon weiter verkaufen zu können. „Die gewohnte Erreichbarkeit auch während des Lockdowns sorgte dafür, dass manchmal sogar mehr gekauft wurde. Viele haben sehr bewusst im stationären, lokalen Handel gekauft, um diesen zu unterstützen“, betont Osenberg. Daher habe man auch nie daran gedacht, die Öffnungszeiten einzuschränken.

Für die Zukunft zeigen sich die CoLibri-Verantwortlichen optimistisch

Die vermeintlich Kleinen können mit hervorragenden Argumenten punkten: „Wir haben neben den bekannten Bestellern auch Titel in unserem Sortiment, die nicht so bekannt, aber dennoch lesenswert sind. Unsere Kund*innen bekommen außerdem eine fachkundige Beratung. Manchmal führen wir sogar individuelle Recherchen durch, um antiquarische oder vergriffene Titel zu beschaffen. Wir sind ständig im Austausch mit unseren Kund*innen und bieten damit etwas, was der Online-Handel nicht kann“, erklärt die Vorständin. „Das Schlüsselelement für den Erfolg von CoLibri ist das Personal. Danach kommt lange nix“, ergänzt Drecker.

Hinzu kommt die Lage: „CoLibri ist in der verkehrsberuhigten Innenstadt von Wipperfürth gelegen. Der Marktplatz ist eine große Plaza, die zum Bummeln einlädt. Wir sind uns sicher, dass das nach der Pandemie gut für uns ist“, freut sich Drecker. Für diese Zeit gebe es schon tolle Veranstaltungsideen aus dem Kreise der Mitglieder, zum Beispiel Lesungen und Schulbesuche, die den Kundenstamm festigen und erweitern sollen. Auch die junge Klientel hat CoLibri fest im Visier: „Unsere neue, junge Kollegin verstärkt uns im Kinder- und Jugendbereich und bei den Themen Fantasy und Spiele. Sie arbeitet auch viel an unserer Präsenz in den sozialen Netzwerken. Damit möchten wir Kinder und Jugendliche erreichen, die ansonsten keinen Zugang zum Buch finden“, erklärt Osenberg.

„Genossenschaftsidee ist lebendiger als je zuvor“

Grundsätzlich sei die Idee, aus CoLibri eine Genossenschaft zu machen, eine hervorragende gewesen, resümieren beide. „Als Mitglied der CoLibri eG ist die Verbindung zum Laden, an dem man Miteigentümer*in ist, sehr stark. Dies macht unsere Mitglieder zu Botschaftern für CoLibri“, ist sich Osenberg sicher. „Die Idee der Genossenschaft ist grundsätzlich positiv belegt und hat eine hohe Akzeptanz bei Vertreter*innen der Stadt, der Schulen, der Vereine und bei der Bevölkerung“, ist sich der Aufsichtsratsvorsitzende sicher. „Auch aus der genossenschaftlichen Gruppe kam Unterstützung, denn die lokale Volksbank Berg eG hat einen Großteil unserer Gründungskosten übernommen. Hier war die genossenschaftliche Verbindung direkt spürbar“, freut sich Drecker.

Grundsätzlich scheine der genossenschaftliche Gedanke lebendiger als je zuvor. „Menschen wollen im Eigenen etwas tun, etwas für den Gemeinsinn und zur Unterstützung der Infrastruktur ihrer Heimatstadt“, betont Osenberg. Zu diesen Menschen gehört auch weiterhin die ehemalige Besitzerin Renate Hochstein, denn auch sie unterstützt CoLibri weiter – ehrenamtlich für einige Stunden pro Woche.

Brigitte Ott


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