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Im Fokus: Erde | Veröffentlicht am 26.02.2020

Hanf ist der Baustoff der Zukunft

Die Hanffaser Uckermark ist die einzige Genossenschaft bundesweit, die Hanf für Baustoffe und zu textilen sowie technischen Fasern verarbeitet.

Rainer Nowotny ist eigentlich Mathematiker und hat lange in der Computerbranche gearbeitet. Vor einigen Jahren entdeckte er die Hanffaser. Er begann sie für die Bauindustrie und andere Branchen zu verarbeiten – zunächst ab 1996 in der eigenen Fabrik in Prenzlau in der Uckermark, die er Schritt für Schritt aufbaute. 2013 wandelte er sie mit einigen Mitstreitern in eine Genossenschaft um, in der er nun Vorstand ist. „Wir sind eigentlich ein Industrieunternehmen“, sagt er, „und das einzige, das in Deutschland Hanf verarbeitet.“ Deshalb liefert er seine Hanffasern bundesweit und in einige europäische Länder aus.
„Als dreifacher Vater ist für mich das Thema Verantwortung sehr bedeutend“, sagt er. „Mein Anspruch ist es immer gewesen, meinen Kindern eine Welt zu übergeben, die ich zumindest nicht schlechter gemacht habe.“ Nachhaltiges Wirtschaften ist ihm deshalb ein großes Anliegen, hierfür wollte er den Boden in der Uckermark bereiten: „Hanf hat eine lange Tradition in der Uckermark, bis 1964 gab es Hanffabriken, daran wollte ich anknüpfen.“

Hanf für die Rohstoffwende

Hanf ist für Nowotny ein gutes Beispiel nachhaltiger Rohstoffe, die langfristig eine Rohstoffwende einleiten könnten. „Hanf ist der Rohstoff der Zukunft“, ist er überzeugt. Es sei ein nachwachsender Rohstoff und vor allem ein friedlicher, um den keine Kriege geführt würden. Außerdem sei er gesund, halte hundert Jahre, und sein Abfall könne zu Humus kompostiert werden.
Die Genossenschaft verarbeitet den Hanf, den landwirtschaftliche Vertragspartner anliefern, zu Hanffasern, die in der Baubranche heiß begehrt sind. „Hanffasern halten ewig und eignen sich besonders gut für die Dämmung sowie als Hitze-, Kälte- und Brandschutz“, erklärt er.
Bei ihren Produkten ist die Genossenschaft anspruchsvoll und kompromisslos: „Wir haben einen hohen ökologischen Anspruch. Kunststoff kommt nicht in unsere Produkte“, erklärt der Vorstand. Auch der Anbau bei den landwirtschaftlichen Vertragspartnern ist völlig bio. Nowotny: „Hanf braucht keine Insektizide oder Pestizide, er ist von Natur aus bio und schützt sich selbst.“ Außerdem ziehe Hanf Schwermetalle aus dem Boden und sorge für eine gute Fruchtfolge.

Warum ist die Hanffaser Uckermark eG dann eine Einzelerscheinung am Markt? „Ganz einfach“, sagt der Chef der Genossenschaft. „Unsere Wirtschaft ist auf kurzfristige Gewinnmaximierung angelegt. Doch Hanf lohnt sich erst – im Vergleich zu herkömmlichen Baustoffen – in einer Kalkulation von 30 Jahren.“
Dabei sei der Lebenszyklus von Hanf viel preiswerter als bei herkömmlichen Baustoffen, wie zum Beispiel Styropor, das wie Hanf zur Dämmung von Gebäuden eingesetzt werden kann. Nowotny: „Hanfprodukte halten bis zu hundert Jahre, es ist außerdem eine biologisch abbaubare Naturware. Hier bleibt die Gesellschaft eben nicht – wie bei Styropor – auf den Entsorgungskosten sitzen.“
300 bis 400 Hektar bauen landwirtschaftliche Betriebe in und um Prenzlau für die Genossenschaft an. Pro Hektar beträgt die Ernte rund 7 Tonnen Hanf, die die Genossenschaft aufkauft. 2.000 Tonnen im Jahr verarbeitet die Genossenschaft zu Fasern und Holzinnenmark und liefert sie in großen Ballen direkt an die Baustofffirmen.

Eigenes Patent entwickelt

Die Hanffaser Uckermark ist eine moderne Genossenschaft. So bietet sie ihren landwirtschaftlichen Partnern für die Ernte zwei eigens patentierte Hanffasermaschinen an. „Die gab es eben für diese kleine Branche nicht, da haben wir sie selbst entwickelt“, erklärt Nowotny pragmatisch. Zusammen mit Wissenschaft und Technik hat die Genossenschaft außerdem einen Roboter entwickelt, der nun in einem Testlauf die Hanfstangen in Hanffasern zerlegt. „Bisher musste nämlich der Hanf mit der Hand geschält werden, das war eine zeit- und personalaufwendige Angelegenheit“, so der Vorstand.
Und warum hat der erfahrene Unternehmer Nowotny aus seinem Betrieb eigentlich eine Genossenschaft gemacht? Die Antwort fällt ihm leicht: „Gewinnmaximierung ist für uns nicht das wichtigste. Stattdessen wollen wir hier in der Uckermark den wirtschaftlichen Standort sichern. Menschen sollen dort arbeiten, wo sie leben, damit sie dort auch die Grundlagen für die nächste Generation schaffen können.“

Sabine Bömmer

www.hanffaser.de

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Sabine Bömmer
Bereich Kommunikation & Change

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