Gremienräume

Unsere Gremienräume sind ein geschlossener Bereich, in dem wir für unsere Gremienmitglieder Unterlagen der Gremien – Verbandstag, Verbandsrat, Regionaltage, Fachräte und Arbeitsausschüsse – zur Verfügung stellen.

Zu den Gremienräumen

Mitgliederportal

Für die Fachvereinigungen:

  • Agrar
  • Gewerbe
  • Landwirtschaft
  • Energie, Immobilien und Versorgung

Unser Mitgliederportal ist ein geschlossener Bereich, in dem der Genossenschaftsverband den Mitgliedern der Fachvereinigungen Agrar, Gewerbe, Landwirtschaft sowie Energie, Immobilien und Versorgung Informationen und Anwendungen zur Verfügung stellt.

Zum Mitgliederportal

Mitgliederbereich

Für die Fachvereinigung:

  • Kredit

Der Mitgliederbereich für die Fachvereinigung Banken ist ein exklusiver Service für unsere Genossenschaftsbanken.

Das Magazin für das
genossenschaftliche Netzwerk

Im Fokus: Elektromobilität

"Die Energiewende ist vor allem von unten eine Erfolgsgeschichte"

Foto: Marcell Haag/Genossenschaftsverband

Energiegenossenschaften sind ein Eckpfeiler bei der Erzeugung von erneuerbarem Strom, jetzt machen sie sich daran, bei der Mobilitätswende eine Vorreiterrolle einzunehmen. Doch auch für andere Genossenschaften kann E-Mobilität sinnvoll sein. GENiAL sprach mit Kai Sauerwein, Seniorberater beim Genossenschaftsverband – Verband der Regionen.


Was leisten Genossenschaften für die Energiewende und welchen Einfluss hat hier die Mobilität?

KAI SAUERWEIN: Die mehr als 350 Energiegenossenschaften im Verbandsgebiet wurden originär dafür gegründet, um die Energiewende voranzutreiben. Daran hat die Mobilität einen signifikanten Anteil. Der direkte Stromverbrauch macht nämlich nur 20 Prozent des primären Energieverbrauchs in Deutschland aus, die Mobilität kommt auf 30 Prozent und weitere 50 Prozent macht die Wärme aus. Aktuell läuft in Deutschland bei der Mobilität noch ganz viel über Verbrennungsmotoren. Da ist noch ein weiter Weg zu gehen. Auch hier sind die Energiegenossenschaften aber Vorreiter. Während große Autokonzerne bei ihrem Carsharing überwiegend auf Verbrennungsfahrzeuge setzen, sind die Genossenschaften die einzige Rechtsform in Deutschland, die bisher Carsharing-Konzepte zu 100 Prozent mit batterieelektrischen Antrieben verwirklicht. Die Energiewende ist vor allem von unten eine Erfolgsgeschichte, wenn sie aus Bürgerhand direkt angegangen wird.


Welches Potenzial sehen Sie für Genossenschaften im Bereich E-Mobilität?

Man denkt als erstes an Carsharing. Das hat übrigens nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land ein Riesenpotenzial. Eine Mittelstadt gibt es immer irgendwo und damit auch Pendler, die aus den umliegenden Ortschaften kommen. Geeignet ist es auch für Senioren, die gerne weiterhin mobil sein wollen. Möglich ist aber auch der reine Betrieb von Schnellladeseäulen. Da ergeben sich betriebswirtschaftlich gute Möglichkeiten. Außerdem stellt sich die Frage, ob Energiegenossenschaften ihren produzierten Strom dadurch vermarkten können. Das ist aktuell aber schwierig, weil das nur ein Energieversorger im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes darf. Da ist der Gesetzgeber gefordert, hier Ausnahmen für Bürgerenergiegesellschaften zuzulassen. Interessant sind auch das E-Bike-Sharing und die Beschaffung von Mitarbeiterfahrrädern. Da gibt es verschiedene Konzepte. Innerhalb des Verbandes bietet das beispielsweise die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft (ZEG) an.


Welche Fördermöglichkeiten haben Genossenschaften?

Auf Bundesebene gibt es ein Förderprogramm für Ladesäulen. 40 Prozent der Kosten werden hier bezuschusst, was bei Schnellladesäulen mehrere 10.000 Euro pro Ladesäule betragen kann. Es gibt auch Bundesförderungen für betriebliche Förderkonzepte, zum Beispiel bei der Pendlermobilität für die Mitarbeiter. Daneben hat auch nahezu jedes Bundesland eigene Förderprogramme für neue Mobilität und Elektromobilität. Als Genossenschaftsverband bieten wir für unsere Mitglieder entsprechende Fördermittelberatung und unterstützen bei der Projektumsetzung.


Was raten Sie Genossenschaften, wenn diese im Bereich Mobilität aktiv werden wollen?

Für Energiegenossenschaften ist es eine Frage des Geschäftsmodells: Wir haben die Situation, dass sich der Strommarkt durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Richtung zu einem Marktmechanismus entwickelt. Die klassischen 20-jährigen Einspeisevergütungen für Wind-, Photovoltaik- und Biogasanlagen sind ein Auslaufmodell. Das Geschäft wird immer komplexer und teilweise mit mehr Risiko behaftet. Energiegenossenschaften schauen sich deshalb auch vermehrt nach neuen Geschäftsbereichen um. Die Mobilitätswende ist da naheliegend, gerade Carsharing ist aber ein sehr kleinteiliges und arbeitsintensives Geschäft mit anfangs sehr geringen Margen. Nicht jede Energiegenossenschaft kann das stemmen und nicht für jede ist es sinnvoll. Hier rate ich unbedingt dazu, sich von uns entsprechend beraten und auch gegebenenfalls Alternativen aufzeigen zu lassen. Für andere Genossenschaften kann die Elektromobilität durchaus Energieeffizienzpotenzial bieten und ein Faktor bei der Nachhaltigkeit sein. Das ist für eine Volksbank oder eine landwirtschaftliche Genossenschaft daher eine andere Frage als bei Energiegenossenschaften. Auch hier hilft aber eine Beratung.


Kai Sauerwein ist Seniorberater im Bereich Betreuung und Beratung gewerbliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften/
Energie-, Immobilien-, Versorgungsgenossenschaften
Telefon: 069 6978-3836
E-Mail: Bitte aktivieren Sie JavaScript, um die E-Mail-Adresse anzuzeigen.


Das könnte Sie auch interessieren!