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Im Fokus: Elektromobilität

"CleverMobil im Quartier": Car-Sharing in der Stadt - und auf dem Land

Fotos: Meike Böschemeyer, Thanakit Jitkasem/shutterstock.com

Die BürgerEnergie Rhein-Sieg eG baut ein Carsharing mit Elektro-Autos auf. 750 potenzielle Standorte hat sie dafür identifiziert. Realisiert werden aber nur die, bei denen sich vorab genügend Nutzer für ein Gebiet gefunden haben. Der erste Standort ist bereits eröffnet.

Fahrverbote, Feinstaub, Verkehrschaos, autonomes Fahren, smarte Städte, digitale Mobilität – das sind nur wenige Schlagwörter, die heutzutage bei Diskussionen häufig fallen. Die BürgerEnergie Rhein-Sieg eG um Thomas Schmitz und Thomas Zwingmann geht einen anderen Weg, wenn sie über Mobilität auf dem Land oder im Stadtquartier nachdenkt. Elektromobilität und Carsharing als Geschäftsmodell für Energiegenossenschaften können sogar genau dort funktionieren, so jedenfalls ihr einstimmiges Credo. Und das Ende 2018 neu gestartete Projekt „Clever Mobil im Quartier“ beweist das auch.

Teilen ist trendy – auch beim Autofahren. Dabei ist die Idee, Dinge miteinander zu teilen, alles andere als neu. Schon lange gibt es Mitwohnzentralen und Mitfahrzentralen oder Bibliotheken. Dieser Trend ist jedoch vor allem auf große Städte beschränkt. Inzwischen vereinfacht das Internet den gemeinschaftlichen Gebrauch jedoch maßgeblich. Autos über Carsharing ist nur ein Beispiel.

Und im Rhein-Sieg-Kreis? Da gibt es nicht mal eine Handvoll an Carsharing-Stationen. Eine ist im Dezember 2018 in Bornheim-Sechtem hinzugekommen. Sie gehört zur BürgerEnergie Rhein-Sieg eG und zeigt: Carsharing ist eben auch eine echte Alternative für ländliche Regionen. Genau an diesem Konzept arbeitet die Genossenschaft. Und das erfolgreich. Hehres Ziel ist es, dass sich Anwohner in Stadtvierteln, am Stadtrand, vor allem aber auch in entlegeneren Dörfern, entscheiden, ihre Zweit- und Drittautos abzuschaffen und stattdessen ein Fahrzeug gemeinsam zu nutzen. „Wir wollen Carsharing dort etablieren, wo die großen Anbieter traditionell nicht hingehen“, sagt Thomas Schmitz, Vorstand der BürgerEnergie Rhein-Sieg eG. Das geteilte Fahrzeug – idealerweise ein Auto mit Elektroantrieb – wird die Genossenschaft den Teilnehmern ebenso zur Verfügung stellen wie die erforderliche Ladestation. Das Carsharing-Auto wird gut sichtbar einen festen Stellplatz im Wohngebiet haben, „sodass es jeder sehen und ausprobieren kann“, so Schmitz weiter. Das Fahrzeug muss zu Fuß für jeden schnell erreichbar sein. Damit unterscheidet sich das Konzept von denen anderer Anbieter, deren Autos häufig in Bahnhofsnähe abgestellt sind.

Die Genossenschaft möchte mit ihrem Carsharing-Angebot „Clever Mobil im Quartier“ die Anwohnerinnen und Anwohner in Stadtvierteln, am Stadtrand oder in den Dörfern des Kreises animieren, sich selbst proaktiv zusammenzufinden und sich bei der Genossenschaft Rhein-Sieg um einen Standort zu bewerben. Als Stationen sind daher Wohngebiete im Fokus, bevorzugt Viertel, die durch nur eine Straße erschlossen sind. Dafür wurden 750 potenzielle Standorte identifiziert. „Doch der tatsächliche Standort mit Auto wird von uns erst realisiert, wenn sich genügend Nutzer in diesem Gebiet gefunden haben“, erklärt Thomas Schmitz. „Damit sich das Projekt wirtschaftlich rechnet, muss jedes Fahrzeug auf eine jährliche Fahrleistung von 8.000 bis 10.000 Kilometern kommen“. Dabei ist nicht entscheidend, wie viele Nutzer es letztendlich sind.

Am ersten Standort gibt es noch keine Ladestation. Die Community ist jedoch so stark, dass dieses Manko über das Laden an einer privaten Wallbox kompensiert werden kann – zumindest vorübergehend. Zahlen müssen die Nutzer für das Carsharing eine monatliche Pauschale oder einen Preis, der sich nach der Dauer der Nutzung und der Zahl der gefahrenen Kilometer berechnet. Drei Tarife sind im Angebot – buchbar über eine Smartphone-App: für Wenig-, Normal- und Vielfahrer. Im Moment bewegt sich der Preis für Wenigfahrer bei fünf Euro die Stunde, für Normalnutzer und Vielfahrer wird ein Monatsbeitrag in Höhe von zehn bzw. zwanzig Euro fällig, dazu kommen die Nutzungszeit (ein beziehungsweise zwei Euro pro Stunde) und das Kilometergeld von je 30 Cent.

Unnötige Fahrten werden vermieden

Die BürgerEnergie Rhein-Sieg eG möchte ihr Carsharing-Konzept möglichst in Bonn und im gesamten Rhein-Sieg-Kreis – mit weiteren Partnergenossenschaften auch in der Region zwischen Aachen und Köln – etablieren.
Und auch der umweltschonende Gedanke ist wichtig: „Steht das Auto nicht direkt vor der Tür, sondern einige Meter weiter an der Station, dann überlegt sich der eine oder die andere auch mal bei kurzen Strecken, ob er das Fahrrad nimmt“, sagt der stellvertretende Vorstand Thomas Zwingmann. Damit stehen neben Nachhaltigkeit und Rendite bei der BürgerEnergie Rhein-Sieg auch der Gedanke des „Von uns für uns“ und eines „Wir-Gefühls“ im Fokus. Die Energiegenossenschaft sorge für Akzeptanz, Zusammenhalt und sogar soziale Gerechtigkeit. Und die Resonanz auf ihre Genossenschaft bestärkt die beiden Vorstände: „Was mich selbst überrascht hat: Die wenigsten werden bei uns Mitglied, weil sie auf die Rendite setzen – stattdessen möchten sie sich wirklich aktiv an der Energiewende beteiligen.“

Yvonne Reißig


Die Genossenschaft hat sich 2011 in Siegburg gegründet. Inzwischen sind rund 130 Bürgerinnen und Bürgern sowie sieben Kommunen und ein Kreis dabei. Das sind die Städte Hennef, Troisdorf, Siegburg, Lohmar, Sankt Augustin, die Gemeinde Much, die Bundesstadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis. Begonnen hatte die Genossenschaft 2011 mit der Planung, Errichtung und Unterhaltung von Photovoltaikanlagen. Inzwischen sind Windkraft- und Nahwärmeprojekte sowie die Vermarktung des erzeugten Stroms hinzugekommen. Jüngster „Spross“ ist das Carsharing.


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