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Im Fokus: gesund mit Genossenschaften | Veröffentlicht am 07.07.2022

Umsorgt bis zum Schluss

Unheilbar Kranke und Sterbende dabei zu unterstützen, ihre letzte Lebensphase zu Hause und dabei möglichst schmerzfrei sowie selbstbestimmt zu verbringen: Das ist Ziel und Herzensanliegen der gemeinnützigen Genossenschaft Hospiznetz Marburg geG.

Foto: Pixel-Shot/adobe.com

Am Ende des Lebens nicht alleine und vor allem daheim in der vertrauten Umgebung zu sein: Dieser Wunsch eint viele Menschen. Die Hospiznetz Marburg geG ermöglicht Schwerstkranken und Sterbenden mit besonderem Versorgungsbedarf ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in ihrer häuslichen Umgebung. Das multiprofessionelle Team versorgt mittlerweile jährlich mehr als 600 Patient*innen zu Hause, aber auch im Pflegeheim sowie im stationären Hospiz – und zwar im Rahmen der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Damit Schwerstkranke und Sterbende trotz eines komplexen Behandlungsbedarfs in ihrer gewohnten Umgebung verbleiben können, hat der Gesetzgeber 2007 mit der SAPV die gesetzliche Grundlage für den Anspruch auf palliative, also Schmerz und Leiden lindernde medizinische und pflegerische Leistungen geschaffen.

„Wir ersetzen nicht die Arbeit des Hausarztes oder die Tätigkeiten der Pflegedienste, mit denen wir natürlich in engem Kontakt stehen. Unsere Leistungen kommen quasi on top“, berichtet Dr. Gangolf Seitz, Vorstand der gemeinnützigen Genossenschaft Hospiznetz Marburg geG. Deren Palliativ-Mediziner*innen sowie die Pflegefachkräfte mit der Zusatzweiterbildung Palliative-Care begleiten und entlasten im ländlich geprägten Landkreis Marburg-Biedenkopf mit zirka 250.000 Einwohner*innen unheilbar Kranke, Sterbende sowie auch deren Angehörige in der Zeit des Abschiednehmens. Und sie sorgen dafür, dass diese nicht alleine sein müssen mit ihren Schmerzen, mit Ängsten und Nöten. Dazu gehört auch eine Notfallbereitschaft rund um die Uhr. „Wir sind beratende Stütze, die regional mit weiteren Einrichtungen und Hilfsorganisationen gut vernetzt ist“, so der Vorstand.

Starkes Netzwerk
Diese besondere wie wichtige Unterstützung begann schon vor der Gründung der Genossenschaft im Juni 2010. „Durch die Arbeit im stationären Hospiz erkannten wir den Bedarf, hospizliche Leistungen auch in den ambulanten Bereich auszudehnen“, so Dr. Gangolf Seitz. Also taten sich 2009 das stationäre St. Elisabeth-Hospiz, der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter zusammen, um zunächst als GbR konzertiert die integrierte Versorgung der schwerstkranken Patient*innen zu Hause zu übernehmen. Als dann der Bundestag im Sozialgesetzbuch einen zusätzlichen Paragrafen einführte, der Schwerstkranken den Anspruch auf SAPV zusicherte, setzten ihn die Bundesländer unterschiedlich um. In Hessen bildete sich schnell eine Arbeitsgemeinschaft der verschiedenen Interessenten, die die Umsetzung und vor allem die finanzielle Ausstattung mit den Krankenkassen verhandelte. „Das war für unser Bundesland sehr hilfreich, denn wir haben mittlerweile eine flächendeckende SAPV-Versorgung“, erzählt Dr. Gangolf Seitz.

Durch die Gesetzesänderung stellte sich darauf die Frage: Wie wird das Team zusammengestellt und wie organisiert man sich am besten? Denn in Marburg – und dies war eine Besonderheit – kamen die Akteure (Ärzt*innen und Pflegekräfte) vor allem aus dem ambulanten Bereich. Drei der späteren Genossen betrieben bereits einen ehrenamtlich besetzten ambulanten Hospizdienst. Nach Prüfung der möglichen Formen der Zusammenarbeit entschloss man sich zur Gründung einer gemeinnützigen Genossenschaft.
Ihr gehören heute zehn Akteure an – neben einer Gruppe von spezialisierten Ärzt*innen auch das stationäre Hospiz in Marburg sowie acht Pflegedienste aus dem gesamten Landkreis. „Diese Art der genossenschaftlichen Zusammenarbeit läuft seither stabil und hat sich bewährt“, berichtet der 71-Jährige, der vor sieben Jahren nach 35 Jahren als Allgemeinmediziner aus seiner eigenen Praxis ausgestiegen ist und sich schon lange als Palliativmediziner sowie seit 2013 als Vorstand der Hospiznetz Marburg geG engagiert.

Versorgung immer gefragter
Die Koordination der dem Hospiznetz angehörenden Ärzt*innen und Pflegefachkräfte, die regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen in Anspruch nehmen können, obliegt dem Büro der Genossenschaft, dem neben vier Mitarbeiterinnen auch eine Buchhalterin und Prokuristin angehört. „Diese Arbeit ist immens wichtig, denn die Zahl der Patientinnen hat sich stetig erhöht“, so Dr. Gangolf Seitz. Gab es 2013 insgesamt 456 Patient*innen, die vom Hospiznetz Marburg betreut und versorgt wurden, ist deren Zahl 2021 auf 607 angestiegen.

Um die SAPV-Leistungen des Hospiznetzes in Anspruch nehmen zu können, bedarf es immer einer Verordnung eines Haus-, Fach- oder Krankenhaus-Arztes oder einer -Ärztin. „Zu 80 Prozent behandeln wir Krebskranke im weit fortgeschrittenen Stadium, aber auch Lungen-, Herz- oder Nierenkranke, die nur noch wenige Wochen bis Monate zu leben haben“, erläutert der Mediziner. Sie alle werden täglich kontaktiert, ein- bis zweimal in der Woche von den speziell geschulten Fachkräften der Pflegedienste besucht sowie je nach Bedarf von einem Palliativ-Arzt oder einer -Ärztin. Dazu kommt die Notfallbereitschaft. „Manchmal reicht in der Nacht oder am Wochenende eine telefonische Beratung, ansonsten wird ein Arzt oder eine Ärztin und/oder eine Pflegekraft losgeschickt, sodass jede*r die Sicherheit hat, dass ihm/ihr immer geholfen wird“, so Dr. Gangolf Seitz.

Neben der umfassenden Versorgung der meist zeitgleich zirka 80 unheilbar Kranken berät das Hospiznetz Marburg auch bei der Erstellung einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht und bietet zudem auch Letzte-Hilfe-Kurse an. Hier erhalten vornehmlich Angehörige wertvolle Ratschläge, wie sie sich im Umgang mit Sterbenden verhalten können oder erfahren, wo deren Bedürfnisse liegen. „Unsere Zielgruppe sind jedoch alle Menschen, denn wir verstehen diese Kurse als Anregung, sich mit diesem wichtigen Thema zu beschäftigen“, rät Dr. Gangolf Seitz.
Anja Scheve

www.hospiznetz.de


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