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Genossenschaften in Regionen | Veröffentlicht am 15.12.2022

Menschen in Arbeit bringen

Ob mit Sozialkaufhäusern, ob in der Holz- sowie Fahrradwerkstatt oder etwa auch durch Metallrecycling – die SIGA eG im Schaumburger Land macht sich in vielfältigen Projekten und Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und für mehr Teilhabe stark. „Für den Menschen, mit den Menschen“ ist Leitmotiv und Basis allen Handelns.

inladender Showroom: In diesem Einzelhandelsgeschäft der SIGA eG -– der Galerie Vielfalt – finden sorgsam aufbereitete antike Möbel und vieles mehr neue Abnehmer*innen.

Auf einem ehemaligen Industriegelände in Stadthagen hat die SIGA eG seit Langem ihren Sitz: Hier – an der Gubener Straße 1 – finden sich Werkstätten und weitere Abteilungen, die für Menschen aus der Region zur ersten Adresse werden, um (wieder) in Beschäftigung zu kommen. Für die Verbesserung ihrer individuellen Chancen zur dauerhaften Integration in den Arbeitsmarkt setzt sich die „Schaumburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit“ (SIGA) ein. Sie berät und betreut verschiedene Zielgruppen – und ist über 25 Jahre in Schaumburg verwurzelt. Die SIGA eG unterstützt und hilft Menschen vor Ort, einen Job, eine neue Aufgabe zu finden. Und sie leistet einen wichtigen Beitrag, um Teilhabe am Arbeits- sowie sozialen Leben zu ermöglichen.

Siga als Integrations- und Inklusionsbetrieb
Das Spektrum der dafür angebotenen Projekte und Maßnahmen, beispielsweise durch Zuweisung vom Jobcenter, ist breit. Unter den Teilnehmer*innen sind „Langzeitarbeitslose, Menschen mit Handicap, Obdachlose, Menschen in wirtschaftlichen Problemsituationen oder Menschen, die ihre Sozialstunden ableisten“, erzählt Karsten Haake, geschäftsführender Vorstandsvorsitzender der SIGA eG. Wer mit ihm spricht, spürt schnell das Herzblut, das in und hinter der Genossenschaft steckt.

Nicht nur Karsten Haake hat bei der SIGA eG – wo der studierte BWLer und unter anderem vorheriger Niederlassungsleiter einer Personalvermittlung zunächst als Jobcoach anfing – seine Berufung gefunden. Gleiches gilt für die festangestellten 39 Mitarbeiter*innen. Rund 65 Prozent von ihnen waren zuvor selbst Teilnehmer*innen von Maßnahmen. Das genossenschaftliche Unternehmen ist zugleich Inklusions- und Integrationsbetrieb. „Jede*r hat die Möglichkeit, sich durch Engagement einen langfristigen Job bei uns zu initiieren“, sagt Karsten Haake.

Ein Beispiel von vielen: Im Bereich Online-Handel sind drei Festangestellte tätig, die dieses Projekt selbst aufgebaut haben. Sie leiten nun jetzige Teilnehmer*innen rund ums smarte Verkaufen an – vom Einstellen der Produkte bis hin zum Postversand. Auf Portalen wie ebay oder booklooker werden verschiedenste Artikel angeboten: darunter inzwischen über 12.000 Bücher, die allesamt zuvor auf ihren Zustand hin kontrolliert wurden. Sie stammen aus Spenden oder Haushaltsauflösungen. Denn auch bei Letzteren ist die SIGA aktiv, Teilnehmer*innen sind beim Transport, im angeschlossenen Lager und der Logistik tätig.

„Unser Grundgedanke ist, Menschen wertzuschätzen, ihnen wieder einen Sinn durch Beschäftigung zu geben. Genauso gilt es, gebrauchsfähige Gegenstände wie Möbel oder vieles mehr nicht einfach zu entsorgen, sondern aufzuarbeiten und wieder in Umlauf zu bringen“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Koordiniert wird alles durch die Verwaltung der Genossenschaft – und natürlich werden ebenso im Büro Maßnahmen angeboten, zum Beispiel für langzeitarbeitslose Frauen.

Für Wertschätzung und Beschäftigung
Der Kreis schließt sich durch weitere Projektbereiche. Neben drei Sozialkaufhäusern in Stadthagen und Rinteln betreibt die SIGA eG mit der „Galerie Vielfalt“ noch ein Einzelhandelsgeschäft, in dem Porzellan, Glas, Bücher oder auch antike Möbel verkauft werden. Diese werden wiederum in der eigenen Holzwerkstatt repariert und sorgsam aufbereitet. Zudem gibt es eine Abteilung für Metallrecycling und noch eine Fahrradwerkstatt. Dort werden gebrauchte Zweiräder überholt und fahrtüchtig gemacht. Sie bekommen erst nach Check und Fahrradpass-Registrierung durch die Polizei neue Besitzer*innen.

„Für den Menschen, mit den Menschen“: Das ist seit Jahren gelebter Leitspruch der SIGA eG. Zwischen 80 und 120 Teilnehmer*innen sind es monatlich, die von ihr in Projekte und Maßnahmen eingebunden werden. „Wir stehen Menschen, die oftmals einen großen imaginären Rucksack tragen, zur Seite“, sagt Karsten Haake. Die Schaumburger Initiative zeigt ihnen neue Perspektiven auf, fördert Stärken und verringert Hemmnisse, schafft und erhöht Wertschätzung. „Es ist immer wieder schön zu sehen, dass Personen bei uns nach wenigen Wochen gewissermaßen an Größe gewinnen: Sie bekommen Selbstbewusstsein und merken, dass das, was sie leisten und erschaffen, hohen Stellenwert hat und verkauft wird“, erzählt er.

Als Bildungsträger zertifiziert
Das genossenschaftliche Unternehmen ist für die Zusammenarbeit mit Institutionen, wie der Bundesagentur für Arbeit oder Sozialeinrichtungen, als sogenannter AZAV-Bildungsträger zertifiziert. So bietet die SIGA eG öffentlich geförderte Arbeitsgelegenheiten (AGH) mit Mehraufwandsentschädigungen an: Dabei erhalten Teilnehmer*innen zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld II derzeit je 1,50 Euro pro Arbeitsstunde. „Zusätzlich gibt es beispielsweise spezielle AGH für Flüchtlinge, die durch ihre Beschäftigung bei uns auch neu erlernte Sprachkenntnisse in der Praxis vertiefen können“, berichtet der Vorstandsvorsitzende. Seit 2020 zeichnet Karsten Haake in dieser Funktion verantwortlich, bereits seit acht Jahren ist er im Vorstand der Genossenschaft.

Im Dezember 2014 wurde die vorherige SIGA e.V. in eine eG umgewandelt. Denn das genossenschaftliche Geschäftsmodell hatte nicht nur aufgrund des Umsatzvolumens wirtschaftliche Vorteile, sondern verschiedenste Hintergründe. „Eine Genossenschaft passt perfekt zu unserem Gedanken des gemeinschaftlichen Handelns und Förderns“, erläutert Karsten Haake. Zudem ist sie „die beste Unternehmensform, um uns für die Zukunft weiterhin breit aufzustellen und eigenständig sowie unabhängig zu bleiben.“ Insgesamt 214 Mitglieder stehen hinter der SIGA eG: Neben Unternehmen und Firmeninhaber*innen gehören Privatleute und auch Personen aus den umliegenden katholischen und evangelischen Kirchengemeinden dazu. „Unsere Genoss*innen sind ein Querschnitt der Gesellschaft“, so der Vorstandsvorsitzende. Sie vereint das Ziel, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und wirtschaftlich benachteiligten Menschen zu helfen.

Anja Pieper

www.siga-eg.de
www.galerie-vielfalt.de


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