Gremienräume

Unsere Gremienräume sind ein geschlossener Bereich, in dem wir für unsere Gremienmitglieder Unterlagen der Gremien – Verbandstag, Verbandsrat, Regionaltage, Fachräte und Arbeitsausschüsse – zur Verfügung stellen.

Zu den Gremienräumen

Mitgliederportal

Für die Fachvereinigungen:

  • Agrar
  • Gewerbe
  • Landwirtschaft
  • Energie, Immobilien und Versorgung

Unser Mitgliederportal ist ein geschlossener Bereich, in dem der Genossenschaftsverband den Mitgliedern der Fachvereinigungen Agrar, Gewerbe, Landwirtschaft sowie Energie, Immobilien und Versorgung Informationen und Anwendungen zur Verfügung stellt.

Zum Mitgliederportal

Mitgliederbereich

Für die Fachvereinigung:

  • Kredit

Der Mitgliederbereich für die Fachvereinigung Banken ist ein exklusiver Service für unsere Genossenschaftsbanken.

Das Magazin für das
genossenschaftliche Netzwerk

Europa-Spezial: Südtirol

Mehr als eine runde Sache

Ihre Namen klingen so süß, wie sie selber munden: Pink Lady, Gala, Fuji oder Kanzi gehören neben vielen weiteren zu den Stars des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG). Auch 70 Jahre nach seiner Gründung trägt dieser Zusammenschluss feinste Früchte: Heute ist der VOG europaweit führend in der Produktion qualitativ hochwertigster Tafeläpfel und vermarktet seine rundlichen Vitaminbomben in mehr als 50 Länder.

Mitunter schreibt die Geschichte selbst Geschichte(n). So auch im Fall des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften: Die Idee zu seiner Gründung wurde zu einer Zeit gefasst, als ganz Europa in Schutt und Asche lag. Der Zusammenbruch des Deutschen Reiches im Mai 1945 veränderte auch die Apfelwelt in dem Land auf der Sonnenseite der Alpen mit seinem mediterranen Klima schlagartig: Der Brenner war seinerzeit hermetisch abgeriegelt, kein einziger Apfeltransport rollte mehr zu den langjährigen Kunden im größten und altgewohnten deutschen Absatzgebiet.

Also mussten neue Märkte her. Schnell reifte daher in Südtirol die Erkenntnis, dass diese schwierige Aufgabe von einer einzelnen Genossenschaft nicht zu stemmen ist. „Es war Josef Ungericht, Obmann der Obstgenossenschaft CAFA, der mit seiner starken Persönlichkeit und breiter Aufklärung die anderen Genossenschaften überzeugte, dass nur ein enger Zusammenschluss aller Genossenschaften in der Lage sein werde, diese völlig neue, schwere wirtschaftliche Situation zu meistern“, berichtet Georg Kössler, der seit 2007 als Obmann die Geschicke der Mitgliedsgenossenschaft Fruchthof Überetsch sowie seit 2008 auch die des VOG führt.

Am 24. August 1945 setzten Josef Ungericht sowie weitere acht Obmänner schließlich ihre Unterschrift unter jene Urkunde, die eine zukunftsweisende Zäsur für die Südtiroler Obstwirtschaft bilden sollte. Neben der Beratung der Produzenten in der Pflege des Obstbaus und der Sortenwahl standen vor allem der gemeinschaftliche Verkauf und die Verwertung des Obstes im Fokus der genossenschaftlichen Zusammenarbeit. Der gemeinschaftliche Ankauf von Betriebsmitteln für die Obstbauern, für den zunächst auch der VOG verantwortlich zeichnete, ging schon bald an den Hauptverband landwirtschaftlicher Genossenschaften, der im Januar 1946 – ebenfalls auf Betreiben von Josef Ungericht – gegründet wurde.

Eintracht macht stark
Heute ist der Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften die größte Vermarktungsorganisation für Äpfel in Europa. Ihm gehören insgesamt zwölf Genossenschaften mit über 4.600 Produzenten an. Für sie alle hat das Gründungsmotto „Eintracht macht stark“ nach wie vor Bestand. Neben Zusammenarbeit und Vertrauen darf ein weiterer Begriff bei der Erfolgsgeschichte des Verbandes nicht fehlen: Qualität. „Denn nur damit kann man sich gegen die Überproduktion sowie einen erbarmungslosen Wettbewerb behaupten“, ist sich Georg Kössler sicher. Dank eines lückenlosen Qualitätsmanagements, bei dem jeder Apfel vom Baum bis in den Verkaufskorb zurückzuverfolgen ist, steht der VOG für höchste Maßstäbe in der Obstwirtschaft ein.

Durch die zentrale Organisation der Qualitätskontrolle sowie auch des Anbaus, Marketings, Verkaufs und Vertriebs ist der Südtiroler Apfel heute rund um den Globus bekannt. Seit August 2010 koordiniert der VOG den gesamten Verkaufsprozess sowie die Rechnungsstellung auf zentraler Ebene. Die zwölf Mitgliedsgenossenschaften gruppieren sich in insgesamt fünf Pools: Pool Meran, Pool Eisacktal, Pool Bozen West, Pool Bozen Süd sowie Pool Unterland. Die Bioware wird durch die Genossenschaft biosuedtirol vermarktet. Auf einer Anbaufläche von 10.900 Hektar – dies sind umgerechnet 109.000.000 Quadratmeter und damit mehr als 15.000 Fußballfelder – werden hier Jahr für Jahr zwischen 550.000 und 600.000 Tonnen wertvolle Äpfel von höchster Produktqualität und bestem Geschmack geerntet.

Ambitionierte Innovationen
Das Produktportfolio der dem VOG angeschlossenen Mitgliedsbetriebe ist breit gestreut. Es besteht zum einen aus bekannten Sorten wie Gala, Granny, Fuji, Golden Delicious, Stark Delicious, Braeburn oder Winesap sowie zum anderen aus den wichtigsten, modernen Clubäpfeln Europas wie Pink Lady, Kanzi, Envy und Jazz. Außerdem fokussiert sich der VOG seit einigen Jahren mit der Einführung von neuen, geschützten Sorten verstärkt auf Produktinnovationen. Derzeit sind beispielsweise mehrere Sorten in der Testphase, die sich durch besondere Eigenschaften auszeichnen: Sie sind meist schorfresistent, sehr haltbar und robust. Dies macht sie perfekt für die Unterstützung der zweiten Hälfte der Vermarktungssaison sowie auch für weite Transporte nach Übersee.

Letztere gewinnen für den Verband zunehmend an strategischer Bedeutung. Denn um die neuen Überseemärkte zu erreichen – verbunden mit einem vierwöchigen Container-
transport und einem Vertrieb vor Ort ohne garantierte Kühlkette – ist eine einwandfreie Produktqualität der Schlüssel zum Erfolg. Genau dies garantieren die neuen Sorten. Georg Kössler und seine Mitstreiter nehmen daher die Herausforderungen der Zukunft mit einem ambitionierten Sorteninnovationsprojekt in Angriff. „Dies wird das Portfolio des Verbandes in den nächsten fünf Jahren grundlegend verändern. Denn die traditionelle Sorte Golden Delicious, die die Ernte seit Jahrzehnten bestimmt, wird von 25 auf 15 Prozent der Anbaufläche sinken“, so der VOG-Obmann.
Anja Scheve

Fotos: IDM/ Lafogler, Blickle, Rier


Das könnte Sie auch interessieren!