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Europa-Spezial: Österreich

Alpakas schauen Menschen in die Seele

Die Biobauern-Familie Todtner ist 2013 von Milchkühen auf Alpakas umgestiegen und hat ihre Entscheidung nie bereut. Mit anderen Alpakahaltern hat sie eine Genossenschaft gegründet, die die Wolle der Tiere aus mehreren europäischen Ländern erfolgreich vermarktet.

Wenn Bio-Landwirt Karl Todtner über seine 100 Alpakas spricht, gerät er ins Schwärmen: „Das sind ganz wunderbare, in sich ruhende Tiere, die eine besondere therapeutische Wirkung haben. Sie schauen den Menschen in die Seele. Ich nenne sie deshalb auch Delfine der Berge.“ Karl Todtner und seine Frau Michaela sind Biobauern in der Steiermark. Seit sechs Jahren züchten sie Alpakas und produzieren aus ihrer feinen Wolle hochwertige Bettdecken. Vorher hielt die Familie über mehrere Generationen hinweg Milchkühe. Doch dann änderten sich die gesetzlichen Anforderungen: Die Todtners hätten für viel Geld ihre Stallungen umbauen müssen, das lohnte sich wirtschaftlich nicht mehr. Deshalb stiegen sie aus der Milchwirtschaft aus. Ende Februar 2013 verließen die letzten ihrer 60 Kühe den Stall, stattdessen zogen die ersten 18 Alpakas ein. Todtner: „Wir haben Alpakas gekauft, damit unser Kapital im Hof steht. Das ist wesentlich risikoärmer, als weiter in die Michwirtschaft mit ihren schwierigen Verhältnissen zu investieren. Das haben wir auch so mit unseren vier Kindern besprochen.“

109 Mitglieder und vier Tonnen Wolle
Lange hatten die Todtners nach Alternativen zur Milchwirtschaft gesucht, bis sie auf Alpakas kamen. Der Landwirt: „Ehrlich gesagt, wussten wir am Anfang gar nicht, was das für Tiere sind.“ Inzwischen hat die Familie jedes einzelne Tier ins Herz geschlossen und vermarket die hochwertige Wolle professionell. Deshalb haben sie mit anderen Alpakazüchtern aus Österreich, der Schweiz, Deutschland und Lichtenstein eine Genossenschaft gegründet, die heute 109 Mitglieder hat und jährlich vier Tonnen Wolle vermarktet. Die Genossenschaft hat sich inzwischen zur Drehscheibe für Alpakawolle in ganz Mitteleuropa entwickelt. Mitglied werden können nur Betriebe, die registrierte und gesunde Tiere haben und diese artgerecht halten. Denn Stress ist für die sensiblen Alpakas Gift.

„Das kontrollieren wir Vorstandsmitglieder höchstpersönlich“, sagt Todtner, der in der Genossenschaft Obmann, also Vorstandsvorsitzender, ist. Ziel der Genossenschaft ist es, durch die Bündelung der Kontingente am Markt Preise zu erzielen, die mindestens die Kosten für die Haltung der Tiere decken. „Alpakazuchtstuten kosten bis zu 10.000 Euro und die Hengste bis zu 20.000 Euro“, rechnet Todtner vor. „Hinzu kommen Unterhalt und Pflege in Höhe von 465 Euro pro Alpaka.“ Dem steht ein Ertrag von zwei Kilogramm Wolle pro Alpaka im Jahr gegenüber. Im Herkunftsland der Alpakas, in Peru, wird ein Kilogramm Rohwolle allerfeinster Qualität, hier auch Vlies der Götter genannt, für zwei Euro gehandelt. Der Weltmarktpreis für die besten Fasern liegt bei 17 Euro. „Das reicht natürlich hinten und vorne nicht, damit ein einzelner Alpakahalter in Europa seine Kosten decken kann“, sagt Todtner. „Die Genossenschaft schafft uns hier eine vernünftige wirtschaftliche Basis.“

70 Vitalstoffe im Alpakahaar
So kauft die Genossenschaft ihren Mitgliedern die Wolle pro Kilogramm für durchschnittlich 53 Euro ab, prüft ihre Qualität und führt sie dann je nach Faserbeschaffenheit drei unterschiedlichen Vermarktungskanälen zu: die feinere Wolle in die Strick- oder Webindustrie oder in die Bettdeckenproduktion, die gröberen Fasern werden als Filzstoffe genutzt, zum Beispiel für Schuhsohlen, Teppiche oder Sitzauflagen. Todtner ist zum absoluten Fan von Alpakawolle geworden und schwört auf die positive gesundheitliche Wirkung der daraus gefertigten Bettdecken.

Hierfür hat er sogar die Fasern auf eigene Kosten wissenschaftlich untersuchen lassen. „Alpakawolle ist antiallergen und weist über 70 Vitalstoffe auf –von Mineralien über Spurenelemente bis hin zu Vitaminen und Aminosäuren,“ sagt er. Bei diesen Qualitäten sieht Todtner für seine Genossenschaft einen wachsenden Markt: „Schließlich haben Österreich und Deutschland allein 90 Millionen Einwohner.“ Ein wichtiges Ziel sei es deshalb, mit weiteren innovativen Betrieben zu kooperieren, die das wertvolle Alpakavlies zu hochwertigen Produkten verarbeiten können. Todtner: „Und hier hat unsere Genossenschaft eine Menge guter Ideen.“ Der Bio-Landwirt ist inzwischen 58 Jahre alt. Doch um die Nachfolge seines Alpakahofes macht er sich keine Sorgen. Der älteste Sohn Christoph wird den Betrieb übernehmen und arbeitet jetzt schon – wie auch sein Sohn Alexander – mit. Todtners Fazit: „Wir haben doch so einiges richtig gemacht.“
Sabine Bömmer

Alpakas wie auch Lamas sind in den Anden seit rund 7.000 Jahren landwirtschaftliche Nutztiere. Während das Lama als Lasttier diente, wurde das Alpaka wegen seiner Wolle gezüchtet. Heute gibt es etwa drei Millionen Alpakas, vorwiegend im südlichen Peru, dem westlichen Bolivien und Chile. Alpakas sind wesentlich kleiner und zierlicher als Lamas. Als soziale Tiere fühlen sie sich in Gruppen am wohlsten. Sie ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern.


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