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Bundesland-Spezial Sachsen | Veröffentlicht am 13.12.2017

Von Adventssternen, Weihnachtsglöckchen und Räuchermännchen

Foto. Seiffener Volkskunst eG

Die Spielzeugherstellung hat in Ostdeutschland seit dem 17. Jahrhundert eine lange Tradition. Das Zentrum des Weihnachtswesens ist das Erzgebirge, genauer der kleine sächsische Kurort Seiffen nahe Chemnitz. In der Adventszeit ist die 2.500-Seelen-Gemeinde ein einziger Weihnachtsmarkt. Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele familienbetriebene Handwerksläden und Geschäfte mit heimatlicher Holzkunst an einem Ort, die über Generationen Spielzeug drechseln und schnitzen. Die Seiffener Volkskunst eG gehört seit fast 60 Jahren dazu.

Der Zinnbergbau galt lange Zeit als wichtige Einnahmequelle für die Menschen im Erzgebirge. Als sich die Zinnvorräte dem Ende zuneigten, begannen arbeitslose Bergleute Spielzeug herzustellen. Holz gab es genug, und Spielzeug wurde immer beliebter. Waren es zunächst Figuren, Tiere und Häuser, die man aus Holz zusammensetzen konnte, so kamen später weitere traditionelle Schnitzwaren dazu. Nussknacker, Räuchermänner, Schwibbögen, Spieldosen und Weihnachtspyramiden in allen Variationen fanden vom Erzgebirge ihren Weg in die weite Welt.

Wer Weihnachten mag, wird Seiffen lieben

Das Erzgebirge ist berühmt für seine jahrhundertealte Spielzeugtradition. Familienbetriebe in der Mittelgebirgsregion zwischen Sachsen und Böhmen drechseln bis heute in dritter oder vierter Generation. Kleine Manufakturen und Werkstätten finden sich in fast jeder Straße. Weihnachten hat für diese Region wirtschaftlich eine ebenso große Bedeutung wie der Karneval für das Rheinland.

Holzspielzeuge als Devisenbringer

Die Genossenschaft Seiffener Volkskunst wurde 1958 von 13 Seiffener Kunsthandwerkern gegründet. Zu DDR-Zeiten wurde die Spielemachertradition verstaatlicht und in den Volkseigenen Betrieben fortgeführt. „Geflügelte Jahresendfiguren“, so der sozialistische Ausdruck für handgemachte Engel, aber auch Holzspielzeuge aller Art waren damals als Devisenbringer willkommen. Dann kam der Mauerfall. Und der raue Wind der freien Marktwirtschaft wehte im Erzgebirge ganz besonders eisig. Die Kunsthandwerker mussten sich nun selbst auf dem Markt behaupten. Für das Erzgebirge aber dennoch die Chance, die Holzkunst-Region weltweit bekannt zu machen.

Weihnachten gibt dem Erzgebirge Identität

Andreas Bilz ist seit 2001 Vorstand und Geschäftsführer der Seiffener Volkskunst eG. Bilz möchte das Bewusstsein der Kunden für echte Holzkunst aus dem Erzgebirge weiter stärken. Er kommt aus einer sächsischen Spielzeugmacherfamilie mit langer Tradition und hat das Tischlerhandwerk gelernt. Und genau diese deutsche und detailgetreue Handarbeit liebenswerter kleiner Figuren aus Holz, von denen eine unvergleichliche Faszination ausgeht, sieht Bilz als Identitätsmerkmal. „Die Holzkunst hat für unsere Region eine ganz besondere Bedeutung. Hier ist jeder mit Leib und Seele dabei.“ Damit sind nicht nur Kunsthandwerker gemeint, sondern auch die 40 Mitarbeiter in der Genossenschaft, die er mit seinem Kollegen Sven Reichl führt.

Foto: Fotolia/by studio

Engel, Bergmann und der Nussknacker ziehen hinaus in die Welt

Spielzeug „Made in Germany“ mit dem Zusatz „Echt Erzgebirge“ ist weltweit gefragt. Andreas Bilz freut das. „Unser regionaler Handelsbereich ist natürlich Sachsen und Thüringen, aber auch deutschlandweit finden sich unsere Produkte. Und wir haben den Export auf asiatische Länder wie Japan, China, Singapur und Thailand ausgeweitet.“ Bilz nennt die asiatischen Geschäftsbeziehungen „streng, aber korrekt, zuverlässig und wertschätzend“. Die USA sind aktuell noch Hauptexportland, mittlerweile gefolgt von China.
Mehr als ein Viertel des Gesamthandelsvolumens macht die Genossenschaft inzwischen über den Onlinehandel, der die Händler direkt beliefert. Die Digitalisierung hat im Hause der Seiffener Genossenschaft einen hohen Stellenwert. Mehr als 80 Prozent der Arbeitsgänge werden zwar in Handarbeit hergestellt. Den Rest erledigen aber digital gesteuerte Arbeitsverfahren, auch um neue Produkte und Designs anbieten zu können.
Die handgemachten Figuren der Seiffener Volkskunst eG sind so etwas wie Freunde fürs Leben. Sie bringen nicht nur Kinderaugen zum Strahlen. Sie lassen auch bei vielen Erwachsenen Erinnerungen lebendig werden an die Magie der Weihnacht.
www.schauwerkstatt.de


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