Gremienräume

Unsere Gremienräume sind ein geschlossener Bereich, in dem wir für unsere Gremienmitglieder Unterlagen der Gremien – Verbandstag, Verbandsrat, Regionaltage, Mitgliederversammlungen, Fachräte und Arbeitsausschüsse – zur Verfügung stellen. Des Weiteren findet sich hier der Zugang zur Arbeitsgruppe des Nachhaltigkeitsrats.

Zu den Gremienräumen

Mitgliederportal

Für die Fachvereinigungen:

  • Agrar
  • Gewerbe
  • Landwirtschaft
  • Energie, Immobilien und Versorgung

Unser Mitgliederportal ist ein geschlossener Bereich, in dem der Genossenschaftsverband den Mitgliedern der Fachvereinigungen Agrar, Gewerbe, Landwirtschaft sowie Energie, Immobilien und Versorgung Informationen und Anwendungen zur Verfügung stellt.

Zum Mitgliederportal

Mitgliederbereich

Für die Fachvereinigung:

  • Kredit

Der Mitgliederbereich für die Fachvereinigung Banken ist ein exklusiver Service für unsere Genossenschaftsbanken.

Das Magazin für das
genossenschaftliche Netzwerk

Bundesland-Spezial Saarland | Veröffentlicht am 27.02.2018

Der faire Weg: Gemeinschaftlich, fair + nachhaltig handeln

Das kleine Saarland ist im Bereich Fairer Handel vorbildlich aufgestellt. Die Landeshauptstadt Saarbrücken war 2009 die erste Fairtrade-Stadt in der Bundesrepublik, bald soll das Saarland als erstes Bundesland folgen, das diese Auszeichnung trägt. Ihren Anteil daran haben auch zwei Genossenschaften.

In der Fair-Handelszentrum Südwest eG in Saarbrücken sind 162 Mitglieder organisiert, darunter viele Weltläden und Aktionsgruppen, aber auch Privatpersonen und Vereine. Die Genossenschaft fungiert als Großhandel, beliefert die Weltläden, Schulen, Kirchen und Bioläden im Saarland, in Rheinland-Pfalz und grenzübergreifend bis nach Frankreich und Luxemburg. Auf 400 Quadratmetern lagern fast 3.000 verschiedene Produkte, vom Kaffee aus Lateinamerika über Schokolade aus Westafrika bis hin zu Tüchern aus Nepal. Alles ist fair gehandelt und verschafft den Produzenten und Arbeitern vor Ort bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte. Das Fair-Handelszentrum Südwest bezieht seine Waren von insgesamt 36 Fair-Handelsimporteuren, darunter „GEPA – The Fair Trade Company“, „El Puente“ oder „dwp Mensch und Zukunft“.

Auch Regionalität ist ein Thema

Längst ist fairer Handel aber nicht nur auf Entwicklungsländer beschränkt. Mit dem Naturland Fair-Siegel ist der faire Handel auch im Norden angekommen. „Regionalität ist ebenfalls ein Thema. Wir sind in der Nähe des Biosphärenreservats Bliesgau und haben hier auch regionale Produkte in der Auswahl“, sagt Vorstandsmitglied Anna Weinmann. Sie ist seit knapp drei Jahren im Vorstand und steht auch für den Generationenwechsel in der Genossenschaft, die insgesamt fünf hauptamtliche Mitarbeiter hat. Im Dezember 2011 kam sie nach Saarbrücken zur Genossenschaft, nachdem sie ihre Bachelor-Studiengänge in Internationalem Handel und im Fairen Handel im französischen Nantes abgeschlossen und Erfahrungen in der Entwicklungsarbeit gesammelt hatte. Die Genossenschaft ist seit zwei Jahren im Umbruch. Dieses Jahr werden die letzten zwei Mitarbeiter in den Ruhestand gehen und ein neues Team freut sich auf die anstehenden Herausforderungen.

Onlineshop ist freigeschaltet

Zudem stehen weitere Veränderungen an: Seit Ende Januar ist die Genossenschaft auch online mit einem Shop vertreten. Der soll dann auch für das Kunsthandwerk noch weiteren Schub bringen. „Wir haben hier rund 2.000 verschiedene handwerkliche Erzeugnisse im Angebot und es gibt zwei Sortimentswechsel pro Jahr. Durch die Bestellmöglichkeit im Internet können wir die verschiedenen Erzeugnisse viel besser darstellen“, ist sich Weinmann sicher. Die Produkte sollen dann für alle im Internet sichtbar sein. Bestellen kann allerdings weiter nur der Einzelhandel. Schließlich soll die Genossenschaft ihren Mitgliedern keine Konkurrenz machen.

Weltladen St. Ingbert mit vielfältigem Angebot

Zu diesen Mitgliedern gehört die Weltladen St. Ingbert eG. Sie bezieht fast alles vom Fair-Handelszentrum Südwest. In ihrem Laden in der Kaiserstraße gibt es Keramikketten aus Kenia, Silberschmuck aus Mexiko, Ledertaschen und natürlich allerlei Lebensmittel zu kaufen, von Schokolade und Reis bis hin zu Bananen und Wein. Wer den Kaffee oder andere Getränke erst einmal probieren möchte, kann dies im Stehcafé, das zum Weltladen gehört. Auch regionale Produkte aus dem Bliesgau sind im Angebot, darunter Essig und Öl, Prosecco sowie Wurst.

Der Weltladen hat viele Stammkunden

2008 von 47 Mitgliedern gegründet, hat die Weltladen St. Ingbert eG inzwischen mehr als 200 Mitglieder. Viele davon helfen mit im Laden, mehr als 50 ehrenamtliche Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Weltladen werktags von 9 bis 19 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr für seine Kunden offen hat. Unter den Kunden sind viele Stammkunden, die einen Teil ihrer Wocheneinkäufe hier erledigen. Andere schauen spontan vorbei, schließlich liegt der Laden zentral. „Auch Schulen, Vereine und sogar ein Autohaus zählen zu den Kunden. Das Autohaus bezieht beispielsweise seinen Kaffee von der Genossenschaft“, berichtet Vorstandsmitglied Olga Zaveryacheva. Auch Vertreter der Kirchengemeinden schauen häufig im Weltladen vorbei. Kein Wunder, schließlich kam die Idee zur Genossenschaft auch aus der kirchlichen Arbeit. „In den Kindergärten der Gemeinden bieten wir beispielsweise Inhalt für die Schultüten, die die Kleinen dann zur Einschulung bekommen“, erzählt Zaveryacheva.

Ehrenamtliche Arbeit ist wichtig

Die Mitglieder bedienen nicht nur im Laden, sie sorgen auch für den Einkauf oder die Dekoration im Schaufenster und im Ladeninneren. So kam auch Zaveryacheva zum Weltladen. Bei einem Elternabend in der Schule angesprochen, hat sie sich schnell für die Arbeit im Weltladen begeistert. Seit zwei Jahren ist sie nun zusammen mit Albert Jaeger im Vorstand der Genossenschaft. Die sorgt nicht nur für den Betrieb des Ladens, sondern ist auch in der Steuerungsgruppe der Stadt aktiv. Seit März 2017 ist St. Ingbert als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet. Solche Städte fördern gezielt den fairen Handel auf kommunaler Ebene, wobei sich Personen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft erfolgreich vernetzen, die sich für den fairen Handel in ihrer Heimat stark machen. Die Steuerungsgruppe koordiniert dabei die lokalen Aktivitäten.
Sich zu vernetzen ist ohnehin ein wichtiges Thema beim fairen Handel. Denn nur gemeinsam lassen sich viele Dinge erreichen. Das zeigt auch, wie sich die Weltläden zur Fair-Handelszentrum Südwest eG zusammengeschlossen haben. Auch das Fair-Handelszentrum ist mit anderen regionalen Zentren vernetzt. Seit zwei Jahren gibt es mit dem Verein FAIR-NETZ, Netzwerk regionaler Fair-Handelszentren e.V. einen gemeinsamen Verein.

Fairer Handel ist Gewinn

Dass gemeinsam mehr zu erreichen ist, beweist das Fair-Handelszentrum Südwest auch mit einem gemeinsamen Projekt mit der Volkshochschule Dillingen. Im „Fairen Laden“ werden zum einen ausschließlich fair gehandelte Produkte angeboten. Zum anderen leistet der Laden aber auch wichtige Ausbildungsarbeit. Jugendliche, die woanders beispielsweise wegen einer Behinderung keinen Ausbildungsplatz finden, erhalten hier eine Berufsausbildung. Diese Auszubildenden sind Teilnehmer einer außerbetrieblichen Ausbildungsmaßnahme, die die Volkshochschule Dillingen im Auftrag der Agentur für Arbeit Saarlouis durchführt.

Mit dem Verkauf in dem Laden erlernen die Jugendlichen unter Anleitung ihrer Ausbilder den Beruf des Verkäufers in einer angenehmen und realistischen Verkaufssituation. Acht Auszubildende und drei Umschüler sind hier derzeit aktiv. Das Projekt ist ein Erfolg: Seit Bestehen des Ladens im November 2009 haben alle, die dort gelernt haben, ihre Ausbildung bestanden. Fairer Handel ist für alle ein Gewinn.
Wann genau das Saarland den Titel als erstes „Fairtrade-Bundesland“ erhält ist noch nicht bekannt. Fakt ist, dass es im Koalitionsvertrag der aktuellen Landesregierung (2017–2022) fest als Ziel verankert ist: „Das Saarland soll das erste faire Bundesland werden. Um dies zu erreichen, wollen wir die öffentliche Beschaffung nach und nach auf faire und regionale Produkte umstellen und global verantwortliche Bildungsarbeit weiter voranbringen“, heißt es dort. Auch die Genossenschaften werden hier ihren Anteil leisten.

Weitere Informationen auch unter www.fairer-handel-suedwest.de und www.weltladen-st-ingbert.de


Das könnte Sie auch interessieren!