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Bundesland-Spezial Niedersachsen | Veröffentlicht am 19.06.2018

Gegen den Ausverkauf von Norderney

© Norderney Genossenschaft eG, Harald Henning

Die Norderney Genossenschaft will historische Gebäude retten und bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Auf einer Strecke von 90 Kilometern entlang der niedersächsischen Küsten liegen sie aufgereiht wie die Perlen auf einer Schnur: die sieben Ostfriesen-Inseln. Bei Immobilienkäufern sind sie höchst begehrt. Doch das Angebot ist aufgrund des beschränkten Grund und Bodens mehr als knapp und entsprechend teuer. Eine Goldgrube also vor allem für finanzkräftige Investoren. Denn sie kaufen vielfach auf den Inseln ein Haus nach dem anderen auf, um es dann wieder teuer zu vermieten oder zu verkaufen.

„Das führt zum Ausverkauf der Inseln“, sagt Dr. Peter Reuter, Vorstandsmitglied der Norderney Genossenschaft, und erklärt: „Für die Insulaner gibt es dadurch wenig und kaum bezahlbaren Wohnraum. Viele Einheimische müssen deshalb auf das Festland ziehen.“ So falle ein Haus nach dem anderen, auch viele eng mit der Inselgeschichte verbundene Gebäude, externen Investoren in die Hände, die die hohen Kaufpreise aufbringen könnten. Hinzu komme ein weiteres Problem, erläutert der 67-Jährige. Durch die vielen Ferienwohnungen, die nicht immer ganzjährig belegt würden, hätten die Inseln hohe Leerstände. Dadurch ginge Inseln wie Norderney sehr viel Kaufkraft verloren.

„Wir wollten nicht tatenlos zusehen, wie hier Sylter Verhältnisse geschaffen werden“, sagt Reuter. Deshalb gründete er vor sechs Jahren zusammen mit seinem Aufsichtsratsvorsitzenden Jan Ennen auf Norderney eine Genossenschaft, mit dem Ziel, mehr und bezahlbaren Wohnraum für Inselbewohner zu schaffen.

Reuter versteht sein Handwerk und lebt seit 35 Jahren auf der Insel, zunächst als Zahnarzt, später als Makler für Norderney-Immobilien. Heute arbeitet er als geschäftsführendes Vorstandsmitglied und einziger Angestellter der Norderney-Genossenschaft. Stolz ist er darauf, wie erfolgreich sich die Genossenschaft in kurzer Zeit entwickelt hat. Inzwischen hat sie 80 Mitglieder, darunter viele wohlhabende Freunde der Nordseeinsel aus ganz Deutschland.

Als erstes Projekt hat die Genossenschaft die Alte Post im Ortskern von Norderney gekauft. „Mit den Einlagen der Genossenschaft konnten wir den hohen Kaufpreis stemmen und gleichzeitig noch unser soziales Engagement für die Insel in die Waagschale werfen“, erinnert sich Reuter. „Damit konnten wir überzeugen. Das historische Postgebäude wurde dann in 20 bezahlbare kleine Wohnungen und Geschäftsräume aufgeteilt, die komplett an Insulaner vermietet wurden.“ 2013 erwarb die Genossenschaft die denkmalgeschützte Marienresidenz in 1a-Lage von Norderney und sanierte sie. In mehreren Baustufen wandelte sie das über 100 Jahre alte Gebäude in ein modernes Wohnprojekt mit 29 Seniorenwohnungen und einer Tagespflege für Insulaner um. Bis 2020 sollen weitere 40 Wohneinheiten für betreutes Wohnen und Intensivpflege entstehen.

Und was ist das nächste Projekt der Genossenschaft? Das hat Reuter schon längst im Kopf: „Gerne würden wir eine Siedlung mit Häusern nur für junge Familien bauen“, sagt er. „Denn eine eigene Immobilie ist für Einheimische angesichts der hohen Grundstückspreise und Baukosten auf einer Insel unerschwinglich. Das ist nur über eine Genossenschaft wie die unsere bezahlbar zu realisieren.“


Wussten Sie, dass ...

  • Norderney 6.000 Einwohner sowie 520.000 Übernachtungsgäste und 250.000 Tagesgäste jährlich hat?
  • Norderney zwar 26 Quadratmeter groß ist, aber nur eine bebaute Fläche von ca. 15 Prozent der Insel hat?
  • die Quadratmeterpreise auf Norderney im Schnitt zwei Drittel höher sind als auf dem Festland und der Quadatmeterpreis zwischen 8.000 und 12.000 Euro liegt?
  • der teuerste Inselort Kampen auf Sylt ist? Hier wurden schon für eine Immobilie am Watt 35.000 Euro pro Quadratmeter erzielt. Für eine nahe gelegene Doppelhaushälfte blätterten Käufer gerade 4,9 Millionen Euro hin.

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