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Aus der Reihe | Veröffentlicht am 13.05.2022

Stolpersteine für verfolgte Genossenschaftler*innen

Seit 1995 erinnern Stolpersteine an Opfer des NS-Regimes. Die Historiker-Genossenschaft eG forscht intensiv über die Genossenschaftsgeschichte und erinnert nun an verfolgte Genossenschaftler*innen.

Das Symbolbild zeigt die Stolpersteine für Lea und Alain Behr.

Wer kennt sie nicht, die kleinen quadratischen Messingtafeln in den Fußwegen, die die Lebensdaten von Verfolgten enthalten? Der Künstler Gunter Demnig hat 1995 begonnen, mit diesen Stolpersteinen an das Schicksal von Menschen zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden. In Deutschland und 26 weiteren Ländern wurden inzwischen über 90.000 Gedenksteine verlegt. Die Stolpersteine bilden damit weltweit das größte dezentrale Mahnmal.

2021 hat die Historiker-Genossenschaft eG einen Stolperstein für das SPD-Mitglied August Ellinger gestiftet und ihn am Sitz der Historiker-Genossenschaft in Hamburg feierlich eingeweiht. Ellinger hat sich bis 1933 für den genossenschaftlich-gewerkschaftlichen Wohnungsbau engagiert. Angesichts drohender Verfolgung durch die Nationalsozialisten nahm er sich am 18. Juni 1933 das Leben.

Verfolgte Menschen gab es natürlich auch unter den Genossenschaftler*innen. Ebenso gab es aber auch im Genossenschaftsbereich eine Beteiligung an der „Arisierung“ jüdischen Eigentums. Diese Geschichte aufzuarbeiten und an die Opfer zu erinnern ist Ziel der Aktion „Stolpersteine für Genossenschaftler*innen“. Die Historiker-Genossenschaft will deshalb weitere Stolpersteine finanzieren. So erhalten die bekannten Genossenschaftswissenschaftler Prof. Dr. Ernst Grünfeld und Prof. Dr. Georg Brodnitz, die beide jüdischer Herkunft sind, einen Gedenkstein an ihrem letzten Wohnort in Berlin. Grünfeld nahm sich 1938 das Leben, Brodnitz wurde 1941 deportiert und ermordet.

Weitere Stolpersteine sind für Dr. Andreas Hermes, den Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes, der sich an den Widerstandsaktivitäten vom 20. Juli 1944 beteiligte, und für Eugen Grimminger, nach 1945 Präsident des Landesverbandes landwirtschaftlicher Genossenschaften in Stuttgart geplant. Grimminger gehörte zum Unterstützerkreis der Weißen Rose. „Ich hoffe, dass unsere Initiative im Genossenschaftsbereich Unterstützung findet und mit den Stolpersteinen an weitere Genossenschaftler*innen erinnert wird“, so Dr. Holger Martens, Vorstand und Geschäftsführer der Historiker-Genossenschaft.

Zunächst standen die verfolgten Menschen jüdischer Herkunft im Mittelpunkt der Erinnerung, später wurde das Projekt Stolpersteine auf alle Opfer ausgedehnt: Juden, politisch Verfolgte, Roma und Sinti, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Zwangsarbeiter und Euthanasie-Opfer. Dabei können alle diese Menschen einen Stolperstein bekommen, die unter der Gewaltherrschaft zu Tode gekommen sind, aber auch Verfolgte, die die NS-Zeit überlebt haben.

Heute sind die Stolpersteine fester Bestandteil der Erinnerungskultur in Deutschland. Das Kunstprojekt von Gunter Demnig hat sein Ziel erreicht. Zahlreiche Bürger*innen setzen sich mit dem Schicksal verfolgter Menschen auseinander und entlarven so die NS-Herrschaft als menschenverachtende Diktatur.


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