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Aus der Reihe | Veröffentlicht am 13.12.2017

Garantiert schwindelfrei - die Schornsteinfegermeisterschaft Berlin

Foto: Joern Dudek

Ein Schornsteinfeger bringt bekanntlich Glück – vor allem zum Jahresende. Bei der Schornsteinfegermeisterschaft Berlin eG sind es gleich 309. Sie sind Mitglieder der 145 Jahre alten Genossenschaft im Stadtteil Wilmersdorf. Diese bietet über ihren Zentraleinkauf den Schornsteinfegern alles, was ihr Herz begehrt: vom Bürobedarf über Werkzeug und Reinigungsmittel bis hin zu Schornstein- und Kameratechnik. Auch die heute nur noch selten getragene traditionelle Berufskleidung aus schwarzer Jacke, der so- genannte „Koller“ sowie Arbeitshose und Zylinder oder Käppi sind dort zu finden.
Das Bild des Schornsteinfegers, der schwindelfrei auf den Dächern die Kamine kehrt, hat sich schon längst verändert und modernen Zeiten angepasst: Er überprüft und kalibriert die Messgeräte für Öl- und Gasfeuerstätten, für die die Genossenschaft einen Vergleichsprüfstand bereithält. Sehr gefragt sind auch Spezialgeräte zur Dichtheitskontrolle und zur Staubmessung. Darüber hinaus arbeiten Schornsteinfegermeister zunehmend auch als Fachberater rund um das Thema Energieeffizienz.
Kostenvorteile durch gemeinsamen Einkauf zu erzielen oder die Mitglieder durch Serviceleistungen und fachliches Know-how zu fördern: Das war nicht immer Sinn und Zweck der Berliner Schornsteinfegermeisterschaft. Ihre fünf 1872 gegründeten Berliner Vorgängergenossenschaften wollten vor allem die Kehrarbeit in Berlin gerecht verteilen, um dem unlauteren Wettbewerb ein Ende zu setzen. Außerdem wollten sie bei ihrem nicht ungefährlichen Beruf im Todesfall auch ihre Familien finanziell absichern.
Mit der Einführung von Einheitskehrbezirken im Jahr 1921 entfiel für die Genossenschaften die ursprüngliche Aufgabe, die Kehrarbeit zu verteilen. Stattdessen vergaben die damals noch vier Genossenschaften zinsgünstige Kredite an neu bestellte Mitglieder. Ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war das Jahr 1942. Mitten im Krieg verschmolzen die vier Genossenschaften zur „Schornsteinfegermeisterschaft Berlin-Brandenburg eGmbH“. Weil die Schornsteinfegergenossenschaft nur in Westberlin arbeitete, nannte sie sich dann 1975 in
„Schornsteinfegermeisterschaft Berlin eG“ um.

Fotolia/snyGGG

Zum Glück gibt es den Schornsteinfeger
Es bringt Glück, einem Schornsteinfeger an den Arm, an die Schulter oder an einen goldenen Knopf seines Kollers zu fassen. Auch etwas Asche vom Kaminkehrer im Gesicht, so der Volksglaube, ruft das Glück herbei. Dieser Aberglaube stammt aus dem Mittelalter: Damals war es eine Katastrophe, wenn der Kamin verstopft war, nicht mehr wärmte und Essen nicht mehr zubereitet werden konnte. In dieser Situation brachte der Schornsteinfeger die Rettung und damit das Glück zurück ins Haus. Außerdem schützte die Reinigung des Kamins vor Häuserbrand, da sich der Ruß nicht mehr so schnell entzünden konnte. So bewahrte der Schornsteinfeger Leib und Leben und den Besitz der Bewohner und wurde dafür von diesen zum Glücksbringer erklärt.

Vier Fragen an …

… den Berliner Bevollmächtigtenbezirksschornsteinfeger Alain Rappsilber

Was schätzen Sie besonders an Ihrem Beruf?

Ich schätze die Vielfalt der Arbeitsaufgaben. Vom alten Fegen bis hin zu den modernsten Messgeräten und Inspektionstechnik ist alles dabei. Ferner den Umgang mit den Kunden, die aus allen Altersklassen und sozialen Schichten kommen. Und schließlich das Gefühl auf dem „Dach der Freiheit“ und den Ausblick über die Stadt am Morgen und die vielen kleinen Dinge.

Welche Voraussetzungen müssen junge Leute für den Beruf mitbringen?

Die Bereitschaft früh aufzustehen, Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit sowie eine gute Allgemeinbildung. Außerdem sollten Bewerber körperlich fit und schwindelfrei sein. Von großer Bedeutung sind auch ein freundliches Wesen und die Freude am Umgang mit Kunden.

Welche Rolle spielen heute Frauen in dem einstigen Männerberuf?

Unser Handwerk ist schon immer modern und in vielen Bereichen Vorreiter gewesen. Wir hatten die ersten Gesellinnen in den 1970 Jahren! Die ersten Schornsteinfeger-Meisterinnen kamen dann Ende der 70 Jahre. Heute sind wir ein Handwerksberuf mit einem Frauenanteil von 25 Prozent. Tendenz: Weiter steigend. Es gibt in diesem Jahr in Berlin sogar eine eigene Schornsteinfegerklasse nur für Azubi-Frauen.

Welche Zukunft hat der Beruf?

Eine mit guten Aussichten. Die Ausbildung ist sehr vielseitig, und bei den vielen Aufgaben sehe ich eine tolle Zukunft. Wir haben seit mehr als 500 Jahren immer Wandel und Vorschritt begleitet. Wir waren für Fürsten, Könige und Kaiser da, haben Diktaturen und Wiederaufbau überstanden. Und in der Demokratie heute werden wir weiter für die Bürger das Glück und den Brandschutz vorantreiben, um als verlässlicher Partner die Sicherheit aller flächendeckend zu gewährleisten.


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