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Aus der Reihe | Veröffentlicht am 12.06.2020

Die TAZ hält sich enorm gut

Foto: TAZ

Die TAZ hält sich enorm gut

Die TAZ ist eine überregionale Tageszeitung mit rund 240.000 Leserinnen und Lesern, die als Print- und Online-Ausgabe erscheint. Herausgeberin ist die TAZ-Genossenschaft mit über 20.000 Mitgliedern. GENiAL sprach mit Chefredakteurin Barbara Junge über das schwierige Zeitungsgeschäft in der Corona-Zeit.

Die Wertschätzung für die Print- und elektronischen Medien ist in Corona-Zeiten stark angestiegen. Wie macht sich das bei der TAZ bemerkbar?

Barbara Junge: Die Pandemie hat sich erst als Gesundheits- und dann direkt auch als Wirtschaftskrise ausgewirkt. Daraus ist jedoch schnell eine Verunsicherungskrise entstanden. Das sehen wir in unserer journalistischen Tätigkeit. Das sehen wir aber auch in der Kommunikation mit unseren Leserinnen und Lesern. Wir sind in deutlich größerem Maße im Austausch mit den Leserinnen und Lesern. Dafür haben wir ein eigenes neues Format eingeführt, eine Antwort der Leser. Nicht alle Leserinnen und Leser loben nur, was die taz macht. Aber wir sind ein Referenzpunkt.
Der Takt ist auch bei unseren Zahlen sehr viel höher, extrem hoch. Unsere Netzzugriffe waren sowohl im März als auch im April fast doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Unser freiwilliges Bezahlmodell verzeichnet Rekordanmeldungen. Auch bei den Bestellungen der Tageszeitung, ob gedruckt oder als App, spüren wir eindeutig den Corona-Effekt. Die Leute wollen wissen, sich informieren, wollen sich auf die Informationen verlassen können. Und wir bekommen auch Rückmeldungen, wie gut es tue, die gedruckte taz im Briefkasten zu finden.

Journalisten haben zurzeit erschwerte Arbeitsbedingungen und arbeiten zu großen Teilen aus dem Homeoffice. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Unser schönes lichtes Haus in der Friedrichstraße in Berlin ist wie andere Medienhäuser sehr leer. Wir halten einen kleinen Kern in der Redaktion mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen am Laufen. Das konzentriert sich um den Newsroom und die aktuellen Kernressorts vorwiegend im dritten Stock des Gebäudes. Zurzeit sind „zwar“ selbst die Newsroomleitung und die Chefredaktion nicht vor Ort. Die Redaktion könnte theoretisch komplett mobil arbeiten. Aber Journalismus lebt nun einmal vom Austausch, vom Hin- und Her-Fliegen der Gedanken. Deshalb finden mit dem notwendigen Abstand auch in sehr reduziertem Maße aktuelle Absprachen im Haus statt. Wir folgen generell aber der Vorgabe, so viel wie möglich mobil, nicht im Haus zu arbeiten. Für manche Kolleginnen und Kollegen bedeutet das eine erhebliche Belastung, gerade wenn Kinder nicht in der Schule oder nicht in der Kita sind. Die permanenten digitalen Schaltkonferenzen zehren dazu noch an den Nerven der Kolleginnen und Kollegen. Und gerade große Redaktionen haben eine schwierige Aufgabe, den Zusammenhalt zu bewahren. Aber gerade jetzt leisten alle noch mehr als sonst schon. Es ist beeindruckend, wie viel Energie dieses Haus hat.

Auf der einen Seite gibt es eine hohe Nachfrage nach Qualitätsjournalismus. Auf der anderen Seite bricht vor allem bei den Print-Medien massiv das Anzeigengeschäft weg. Was bedeutet das für die TAZ?

Das Genossenschaftsmodell hat es uns ermöglicht, konzernunabhängig zu bleiben und zu einem großen Maß anzeigenunabhängig. Unser Anzeigengeschäft ist zwar ein wichtiger Baustein der Finanzierung. Nur im Gegensatz zu anderen Verlagen ist der Baustein ein viel kleinerer. Dort wo jetzt sehr viele Medienhäuser stehen, nämlich vor einem Millionenverlust, hält sich die taz nicht nur publizistisch, sondern auch ökonomisch enorm gut. Das Genossenschaftsmodell würde man heute mit dem Community-Gedanken übersetzen. Und diese Community versteht sich als Solidargemeinschaft. An den steigenden freiwilligen Zahlungen für unseren Auftritt im Netz etwa sehen wir, dass diese Community uns auch finanziell stützen will und stützt. Auch die Genossenschaft wächst gerade in so einer Zeit.

Viele erwarten als Auswirkung der Pandemie einen enormen Digitalisierungsschub. Wird es die TAZ bald nur noch online geben?

Der Digitalisierungsschub ist für die taz enorm groß. Aber das bezieht sich eher auf die interne Organisation denn auf die Produktion der taz. Unsere interne Kommunikation läuft im Kern über zwei Kanäle. Das eine ist „riot“, eine bei uns selbst gehostete Kommunikationsanwendung. Vor der Krise war die Akzeptanz für „riot“ im Haus nicht durchweg ausgeprägt. Jetzt läuft die aktuelle Produktionskommunikation nur darüber. Dann konferieren wir wie so viele Häuser mit Corona-bedingt mobiler Arbeit via Schaltkonferenzen. Rein theoretisch müssen wir nicht mehr in einem Haus sein. Paradoxerweise ist aber die Nachfrage nach Print-Abonnements im Moment überraschend hoch. Unsere Auflage ist stabiler als vor der Krise. Diese Krise befördert unsere Möglichkeiten, sie ist zumindest bei dem, was derzeit sichtbar geworden ist, aber kein Grund, von der Print-Ausgabe unter der Woche früher zu lassen. Sabine Bömmer


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