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Aus dem Verband | Veröffentlicht am 11.09.2018

„Wir müssen noch stärker an der Verbesserung unseres Images arbeiten“

© Panthermedia/Makaule

Die rund 550 Agrargenossenschaften im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen sind mittelständische Landwirtschaftsunternehmen. Als Mehrfamilienbetriebe sind die Agrargenossenschaften Eigentum von rund 23.000 Mitgliedern und stellen vor allem in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Trotzdem werden Agrargenossenschaften häufig noch unterschätzt. Interview mit Wilfried Krieg, Vorsitzender des Fachrats der Agrargenossenschaften. 4. Teil der Serie mit Interviews der Fachratsvorsitzenden.

Was sind die aktuell größten Herausforderungen für Agrargenossenschaften?
Krieg: Die Agrargenossenschaften stehen momentan einer ganzen Reihe von gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen gegenüber. Größere landwirtschaftliche Betriebe – auch die Agrargenossenschaften – haben ein nicht zu unterschätzendes Imageproblem. Wir müssen der Gesellschaft klarmachen, dass wir keine Umweltschädlinge sind, sondern verantwortungsvolle Produzenten unserer aller Nahrungsmittel.
Das derzeit größte politische Risiko sind die Pläne von Phil Hogan, EU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, zur GAP ab 2020. Nach den Überlegungen der EU-Kommission sollen die Direktzahlungen zukünftig auf eine jährliche Höchstförderung von 100.000 Euro begrenzt werden. Eine geplante betriebsgrößenabhängige Kappung von Fördermitteln oder Förderobergrenzen würden aber die Agrargenossenschaften als Mehrfamilienbetriebe diskriminieren.
Ein infrastrukturelles Problem ist das fehlende schnelle Internet in vielen ländlichen Gebieten, was die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums infrage stellt. Ein großes wirtschaftliches Problem ist in diesem Jahr auch die flächendeckende Dürre im Osten und Norden von Deutschland, die erhebliche, teils existenzbedrohende Ernte- und Ertragsausfälle nach sich zieht, nicht zuletzt auch in der Futterversorgung der Rinderbestände. Um schlechte Jahre besser kompensieren zu können, fordern wir daher die Einführung der Möglichkeit einer steuerfreien Risikorücklage in guten Jahren mit positivem Jahresüberschuss.

Wo liegen die Stärken der Agrargenossenschaften und in welchen Feldern müssen sie sich für die Zukunft weiterentwickeln?
Agrargenossenschaften sind moderne Unternehmen, die über effektive Strukturen verfügen. Auch bei der Einführung von Digitalisierungsprozessen sind wir schon sehr weit – zum Beispiel im teilflächenspezifischen Anbau. Darüber hinaus gibt es aber auch soziale Aspekte, die für die Agrargenossenschaften sprechen: Wir übernehmen in den strukturschwachen Gebieten im ländlichen Raum Verantwortung für unsere Mitglieder, unsere Mitarbeiter und deren Familien – dies stärkt das Vertrauen in uns. Wir müssen aber insgesamt noch stärker an der Verbesserung unseres Images arbeiten, zum Beispiel indem wir unsere Höfe Besuchern öffnen.
Auch beim Thema Personal-Recruiting sind wir gefordert, denn wir können mit dem Lohnniveau, beispielsweise des Baugewerbes, nur schwer mithalten.

Wie verstehen Sie Ihre Rolle als Fachratsvorsitzender?
Mir ist die gute Zusammenarbeit zwischen dem Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. und seinen Mitgliedsunternehmen sehr wichtig. Ich möchte meine Funktion als Fachratsvorsitzender dafür nutzen, Netzwerke für die Agrargenossenschaften zu schaffen und voranzutreiben. Eine wichtige Aufgabe sehe ich auch darin, die übrigen Fachvereinigungen kennenzulernen und auch hier Verbindungen zu schaffen, gerade zu Unternehmen im Bereich der Ländlichen Ware und zu Banken.

In welchen Bereichen kann der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen die Agrargenossenschaften noch stärker unterstützen und was wünschen Sie sich für die zukünftige Zusammenarbeit?
Der Verband leistet schon eine ganze Menge. Gerade der Dialog mit der Politik sollte dabei intensiv fortgeführt werden, um die Interessen und Standpunkte der Agrargenossenschaften gebündelt vorzubringen, schlagkräftig zu vertreten und in die gesellschaftliche Diskussion einzubringen.
Auch die Beratung durch den Verband ist von großer Bedeutung. Die Agrarberatung durch den Verband ist nicht nur im Dürrejahr 2018 wichtig, um die Agrargenossenschaften wirtschaftlich zu unterstützen. Des Weiteren von Bedeutung sind juristische Themen, wie die Auswirkungen der EU-Datenschutzgrundverordnung und Themen einer modernen Unternehmenskommunikation.
Gerade hat der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen auf seiner Homepage eine Plattform aufgebaut, um Betriebe zusammenzuführen, die Futter eventuell miteinander handeln können, um die Auswirkungen der Trockenperiode bis zur Ernte 2019 zu mildern. Dies basierte auf Vorschlägen des Ehrenamtes.

Unterstützung des Verbandes im Dürrejahr:

Bereits frühzeitig hat der Genossenschaftsverband mittels Öffentlichkeitsarbeit und Interessenvertretung auf die Herausforderungen aufmerksam gemacht und konkrete Zusagen für die Betroffenen gefordert. Der Verband hat zudem eine Futtermittelbörse eingerichtet, das Zahlungsziel für die Prüfungsgebühren der Agrargenossenschaften bis zum 31. Dezember 2018 ausgeweitet und ein Budget von 100.000 Euro zur Verfügung gestellt, mit dem die Mitglieder bei der Antragstellung der Bundeshilfen und bei der Erstellung von Liquiditätsplänen zur Beantragung von Liquiditätskrediten durch die Agrarberater unterstützt werden.

Fachrat Agrargenossenschaften
Wilfried Krieg ist Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft eG Welsickendorf, die insgesamt eine Nutzfläche von rund 1.640 Hektar bewirtschaftet. Im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen engagiert er sich als Vorsitzender des Fachrats der Fachvereinigung der Agrargenossenschaften sowie als
Mitglied des Verbandsrats.


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