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Aus dem Verband | Veröffentlicht am 27.02.2018

"Wir müssen genossenschaftliche Kundenerlebnisse über alle Kanäle schaffen“

Bild: BVR

Kontaktloses Bezahlen, persönliche Beratung für 17,1 Millionen Kunden, Niedrigzins und belastende Regulierung: Das sind die wichtigsten Herausforderungen für die 430 Genossenschaftsbanken im Verbandsgebiet. GENiAL sprach mit Klaus Geurden, Vorsitzender des Fachrats der Kreditgenossenschaften des Genossenschaftsverbands.
Start einer Serie mit Interviews der Fachratsvorsitzenden.

Niedrigzinsphase, Regulierung, Digitalisierung: Die Kreditgenossenschaften haben vielfältige Herausforderungen zu meistern. Was ist für Sie die drängendste Frage?

Geurden: Sie haben ganz wesentliche Punkte genannt und hier gibt es keine klare Reihenfolge. Die historisch niedrigen Zinsen beispielsweise schmälern das Zinsergebnis der Banken. Das betrifft das klassische Bankgeschäft, Einlagen von den Sparern einzusammeln und als Kredite an Privatpersonen und die Wirtschaft zu vergeben. Gerade dafür stehen wir Volksbanken und Raiffeisenbanken. Das trifft uns also. Wie begegnen die Banken dem? Die Zahlen zeigen, dass wir das Kreditgeschäft deutlich ausbauen. Dazu kommt das Provisionsergebnis: Eine Quersubventionierung mit anderen Bankangeboten wie dem Girokonto ist durch die Niedrigzinsen schlicht nicht mehr möglich. Kunden und Mitglieder müssen sich also daran gewöhnen, dass sie für Leistungen wie ein Girokonto und ein Filialnetz auch entsprechende Gebühren bezahlen müssen. Natürlich je nach Nutzung. Da sehen wir aber durchaus auch eine Akzeptanz.Ein großes Thema ist auch die Regulierung. Das Bankenaufsichtsrecht und der Verbraucherschutz sorgen für die mit Abstand höchste Ressourcenbelastung in unseren Häusern. Gerade die vielfältigen Meldevorschriften sorgen für einen erheblichen Mehraufwand, den wir früher so nicht hatten. Beim Verbraucherschutz frage ich mich, ob beispielsweise einem Kreditnehmer tatsächlich geholfen ist, wenn man ihn mit zig Seiten Belehrungen versorgt. Dazu kommt noch die Digitalisierung, durch die wir ein verändertes Kundenverhalten erleben. Immer mehr Menschen erledigen ihre Bankgeschäfte online. Und zwar nicht nur zu Hause am PC, sondern auch von unterwegs mit dem Smartphone. All diese Herausforderungen führen vermehrt zu Fusionen unter den Volksbanken und Raiffeisenbanken. Eine spannende Frage ist, wie wir hier die Zukunft der Kreditgenossenschaften sehen. Welche Größe benötigt eine Bank, um zukunftssicher zu sein, aber gleichzeitig auch noch als regionale Bank wahrgenommen zu werden?

Wie sehen Sie die Zukunft der Volksbanken und Raiffeisenbanken? Wo haben sie ihre Stärken, wie können sie sich weiterentwickeln?
Ein großer Vorteil ist das Eingebundensein in den genossenschaftlichen Verbund. Selbstständigkeit und Größe schließen sich nicht aus. Wir sind bei vielen Dingen bereits heute auf einem sehr guten Weg. Nehmen Sie die Digitalisierung: Mit Angeboten wie der VR-Banking-App oder der Girocard kontaktlos sind wir als FinanzGruppe technologisch am Puls der Zeit. Dazu steht auch das Bezahlen per Smartphone auf Basis der Girocard in den Startlöchern.Als Volksbanken und Raiffeisenbanken sind wir für unsere Kunden und Mitglieder aber auch weiterhin persönlich erreichbar, ob in der Filiale, am Telefon oder bei manchen Banken auch per Video. Omnikanal ist das Stichwort: also genossenschaftliche Kundenerlebnisse über alle Kanäle zu schaffen. Dazu gehören auch automatisierte Angebote, doch hinfällig wird die persönliche Beratung deshalb nicht. Nicht zufällig sind die Kunden zumeist auch Mitglied in „ihrer“ Kreditgenossenschaft – die regionale und emotionale Nähe einer vor Ort verankerten Bank mit ihrem persönlich bekannten Berater mündet oft in einer lebenslangen Geschäftsbeziehung.
Die Stärken, die wir haben, bewahren wir. Die Banken sind regional verwurzelt und der genossenschaftliche Gedanke macht sie einzigartig. Die Volksbanken und Raiffeisenbanken sind Partner des Mittelstands und der Privatkunden in ihren Regionen. Die steigende Kreditvergabe habe ich hier als einen Beleg bereits angesprochen.

Wie kann der Verband unterstützen?
All die genannten Herausforderungen erfordern gemeinsames Handeln. Der Verband hat durch seine Spezialisten die Möglichkeit, hier passgenaue Antworten zu geben. In den Bereichen der Prüfung und Betreuung beispielsweise bei der Geldwäscheprävention, im Aufsichtsrecht oder bei der Gesamtbanksteuerung. Durch die Angebote bei der Bildung können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Banken zudem das nötige Know-how erwerben und vertiefen, beispielsweise auch für die digitale Welt. Und in der Interessenvertretung geht es um eine starke Stimme, um unsere Interessen bei Politik, Medien und Öffentlichkeit wahrzunehmen. Durch die Fusion zum Genossenschaftsverband – Verband der Regionen erhoffe ich mir eine Bündelung der Kräfte, die eine größere Durchschlagskraft hat und das nötige Spezialistenwissen bereithält. Bei unserer ersten Fachratssitzung hat uns Herr Barkey über Gespräche mit den neuen Ministern für Finanzen und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen, mit dem hessischen Wirtschaftsminister sowie mit relevanten EU-Abgeordneten unterrichtet. Dabei standen Einlagensicherung, „Too big to fail“ und Small Banking Box im Fokus. Dazu hat der Verband politische Entscheidungsträger über einige verzerrte Informationen zur Rolle der deutschen Genossenschaftsbanken in Studien von EZB und Europäischem Wirtschafts- und Sozialausschuss informiert. Das alles hilft den Banken, mit diesen Herausforderungen fertigzuwerden und ihre eigentliche Aufgabe wahrzunehmen: für ihre Mitglieder in allen finanziellen Fragen da zu sein, die Sparkultur zu fördern und durch Kreditvergabe die Region zu stärken, in der sie zu Hause sind.

Der Fachrat hat vier beratende Arbeitsausschüsse gebildet. „Bildung und Personal“, „Markt und Produkte“, „Produktion“ und „Steuerung“. Welche Impulse setzen die Ausschüsse zukünftig?
Die Arbeitsausschüsse sollen sich als Fachgremien unter anderem mit den jeweiligen strategischen Fragestellungen auseinandersetzen und insbesondere auch die zugeordneten BVR-Fachratsthemen diskutieren. In diesen Gruppen ist eine vertiefendere Diskussion möglich als im Fachrat. Die in den Regionaltagen nominierten Vertreter für die Arbeitsausschüsse wurden übrigens jeweils einstimmig durch den Fachrat Kredit gewählt. Ebenfalls in die Arbeitsausschüsse aufgenommen wurden die Mandatsträger der BVR-Fachräte, die nicht über die Regionaltage nominiert wurden. Das zeigt, dass wir hier an einem Strang ziehen, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit und den Austausch im Fachrat und mit allen Gremien des Verbands. Der größere Verband bietet vielfältige Möglichkeiten, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Ich bin mir sicher, dass die Kreditgenossenschaften hiervon profitieren werden.

Info: Klaus Geurden Der 59-Jährige ist Vorstandsvorsitzender der Volksbank Krefeld. Im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen ist er Fachratsvorsitzender Kredit, Mitglied im Arbeitsausschuss Steuerung und zudem Stellvertretender Vorsitzender des Verbandsrats. Außerdem ist er Mitglied im Fachrat Steuerung des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), im Beirat der R+V Krankenversicherung sowie Stellvertretender Vorsitzender der Westdeutschen Genossenschaftlichen Bankleitervereinigung.


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