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Aus dem Verband

Verbandstag 2019: Familientreffen der Genossenschaften

Der Verband und seine Mitglieder sind in Bewegung! Ganz klar: 2018 – das erste Jahr nach der Fusion hat viele Veränderungen mit sich gebracht. Schließlich galt es, die Aufbruchsstimmung des gelungenen Zusammenschlusses ins Tagesgeschäft der Genossen zu übertragen und juristisch durch Beschlüsse der Gremien und die Satzung abzusichern. Spannend sind an solchen Treffen der Mitgliedsgenossenschaften vor allem die Gespräche am Rande und Talkrunden mit manchmal sogar provozierenden Prominenten: Beispielsweise wenn der bekannte Sportmoderator Gerhard Delling mit Christoph Metzelder, ehemaliger Fußballprofi und Stifter für die Zukunft und Chancengleichheit von Kindern, Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, renommierter Politwissenschaftler, Wahlexperte und Analyst, sowie Matthias Stolz, ZEIT-Journalist, ebenso offen und schonungslos wie kurzweilig debattieren. Talkgäste, die eben mal so bewegte und bewegende Themen anschneiden: von den unruhigen Zeiten in den weltweiten sozialen Netzwerken über die Europawahl bis hin zu regional verankertem sozialem Engagement für gesellschaftlich benachteiligte Menschen.

Geeignet: Der renommierte Wahlexperte Rudolf Korte stuft Bundeskanzlerin Angela Merkel als „genossenschaftstauglich“ ein: „Sie ist die gelebte Empörungsverweigerung.“ Mit „ihrer nicht inszenierten Art“ sei sie doch eher „vom Typus Deeskalation und damit eine wirklich gute Kandidatin für die Genossenschaften.“

Geschockt: Ex-Fußballer Christoph Metzelder zeigt sich menschlich zutiefst schockiert angesichts der „immer gleichbleibenden Kinderarmut in Deutschland.“ Da ändere sich nichts – seit Jahrzehnten. Auch die Menschenschlangen vor den Essenstafeln wollten scheinbar nicht abebben. „Und das in einem Land wie Deutschland, das doch recht reich ist.“

Geantwortet: Der Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey ist davon überzeugt, „dass genossenschaftliche Lösungen die Antworten auf viele kommunale Herausforderungen ebenso geben wie auf gesellschaftliche und ökonomische Probleme.“ Deshalb fordert er seine Mitgliedsunternehmen auf, „diese genossenschaftliche Idee immer wieder und weiter in die Welt hinaus zu tragen, weil wir zutiefst überzeugt von ihr sind.“ Denn Genossenschaften unterstützten den Mittelstand, seien fest verankert in der Region und förderten damit den Wettbewerb insgesamt. Zugleich sorgten sie für sozialen Zusammenhalt und gesellschaftlichen Frieden vor Ort.

Gewieft: Dass Genossenschaften nicht nur etwas für Alte und Langweiler sind, zeigen auf dem Verbandstag die beiden Schülergenossenschaften aus Bochum und Windeck. Bei der Bochumer Schulfirma RuhrChemAlytic stimmt vor allem die Chemie: Die Jugendlichen analysieren unter anderem Trinkwasser auf Bleibelastungen. Eher energiegeladen gehen die Windecker Schülerinnen und Schüler voran und verkaufen beispielsweise Ökostrom.

Gemeistert: 2018 war ein gutes Wirtschaftsjahr in fast allen genossenschaftlichen Branchen. Die knapp 400 Kreditgenossenschaften steigerten ihr Kreditgeschäft erneut fast 6 Prozent. Die mehr als 1.000 in der landwirtschaftlichen Branche tätigen Mitgliedsgenossenschaften erwirtschafteten einen Umsatz von 18,5 Milliarden Euro. Herausfordernd war 2018 für die Milchverarbeitungsunternehmen: Der Strukturwandel schritt mit einem Rückgang der Milcherzeuger und dem niedrigsten Bestand an Milchkühen seit zehn Jahren voran. Erfreulich war dafür die Entwicklung bei den gewerblichen Genossenschaften mit einem Umsatz von 274 Milliarden Euro.

Genehmigt: Auf dem Verbandstag genehmigten die anwesenden Mitglieder den Jahresabschluss 2018 – vorgestellt vom Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Hanker.

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