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Aus dem Verband | Veröffentlicht am 18.06.2018

„Politische Zusagen müssen Bestand haben“

© PantherMedia/Uwe Pillat

Ob bei Energiewende oder gemeinschaftlichem Wohnen: Genossenschaften bieten Antworten auf viele Fragen unserer Zeit. Dabei müssen sie sich auf politische Rahmenbedingungen verlassen können, um ihre Stärken ausspielen zu können. GENiAL sprach mit Professorin Theresia Theurl, Vorsitzende des Fachrats Energie/Versorgung/Immobilien. 3. Teil der Serie mit Interviews der Fachratsvorsitzenden.

Die Unternehmen der Fachvereinigung Energie/Immobilien/Versorgung stehen vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Was sind für Sie die drängendsten Fragen?
Theurl: Eine der Herausforderungen trifft alle unsere Unternehmen, nämlich die Anforderungen durch die digitale Transformation, weshalb dies auch eines unserer Querschnittsthemen darstellt. Eine weitere Herausforderung ist die Deckung des Wohnungsbedarfs mit bezahlbaren Angeboten, was zunehmend generationsübergreifende Wohnformen, kombinierte Projekte aus Wohnen und integrativer Tagespflege sowie Versorgungseinrichtungen im infrastrukturellen und medizinischen Bereich betrifft. Schließlich erfordern der erwünschte Umbau des Energiesystems sowie eine effektive Klimaschutzpolitik, dass dezentrale regionale Energieerzeugung dort möglich ist, wo sie sich wirtschaftlich rechnet. Um den im Koalitionsvertrag angekündigten netzsynchronen und marktorientierten Ausbau der erneuerbaren Energien auch sicherzustellen, sind gesetzliche Anpassungen erforderlich. Generell gilt, dass politische Zusagen, auf deren Basis Investitionsentscheidungen getroffen wurden, Bestand haben müssen. Dies ist immer wieder einzufordern ebenso wie der Vorrang von Investitionsanreizen vor einem Übermaß an kostentreibender Regulierung.

Was sind die Stärken der Genossenschaften im Bereich Energie/ Immobilien/Versorgung, und wo müssen sie sich für die Zukunft weiterentwickeln?
Ihre Stärken sind, dass sie auf der Bereitschaft von Menschen zur Übernahme von Verantwortung beruhen, die in gesellschaftlich sehr wichtigen und wirtschaftlich bedeutsamen Bereichen erfolgt. So gelingt es, Abhängigkeiten von dominanten Anbietern zu verringern und Wirtschafts- und Lebensräume aufzuwerten. Es zeigt sich, dass die Genossenschaften gerade in Zeiten von Unsicherheit und Veränderungen ihre Stärken besonders gut ausspielen können. Dennoch müssen sie sich weiterentwickeln. Dies gilt vor allem dort, wo durch die Veränderung von Rahmenbedingungen, seien sie gesellschaftlicher, demografischer, regulativer oder technischer Natur, das genossenschaftliche Geschäftsmodell oder das einzelne Unternehmen unter Druck kommen kann. Mehr noch als bisher ist auf eine effiziente Gestaltung der Prozesse in den Unternehmen und eine ergebnisorientierte Zusammenarbeit in den Genossenschaften zu achten.

Bei welchen Themen kann der Genossenschaftsverband – Verband der Regionen die Genossenschaften noch stärker unterstützen?
Bei vielen Themen ist der Verband sehr aktiv, so z.B. bei der Begleitung von Neugründungen und der Unterstützung von kleineren Genossenschaften. Es existiert ein wettbewerbsfähiges Portfolio an rechtlichen und anderen Beratungs- und Serviceleistungen. Der Verband ist aktiv in der „Political Communication“. Doch es liegt in der Natur der Sache, dass dies nie genug sein kann und weiter gesteigert werden sollte. Dabei ist es wichtig, dass die externe Kommunikation insgesamt den Schwerpunkt auf das Unternehmerische von Genossenschaften legt. Insgesamt sollten ein ausgewogener Mix aus operativen Leistungen als Angebot für die einzelnen Genossenschaften, aber auch die Mitwirkung an notwendigen Weichenstellungen für die genossenschaftliche Ökonomie insgesamt gelingen.

In Ihrer Fachvereinigung sind sehr heterogene Unternehmen organisiert. Wie sehen Sie vor diesem Hintergrund Ihre Rolle als Fachratsvorsitzende?
Heterogenität nach Wirtschaftsbereich, Größe, Alter, handelnden Personen und Strategien ist eine sehr inspirierende Voraussetzung. Es gilt, den Besonderheiten der einzelnen Unternehmen gerecht zu werden, gleichzeitig aber die Gemeinsamkeiten auszuloten. Es muss nicht jeder alles neu erfinden, auf viele Erfahrungen kann zugegriffen werden. Dabei ist es die Vielfalt an Herausforderungen und Herangehensweisen, die Neues ermöglicht. So entstehen gemeinsame Projekte mit neuen Lösungen, aber auch neuen Fragestellungen. Daneben bietet sich die Bearbeitung von weiteren Querschnittsthemen wie dem Mieterstrom sowie der Vernetzung von dezentraler Energieversorgung mit Infrastruktur- und Immobilienprojekten an. Meine Aufgabe besteht darin, vor diesem Hintergrund Themen zu strukturieren, Diskussionen zu moderieren und dafür zu sorgen, dass aus den Diskussionen auch Ergebnisse und Handlungsempfehlungen entstehen.

Fachrat Energie/Immobilien/Versorgung
Prof. Dr. Theresia Theurl ist Professorin für Volkswirtschaftslehre und Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Sie ist Aufsichtsratsvorsitzende der Energiegenossenschaft UNSERE MÜNSTER-ENERGIE und in dieser Funktion Fachratsvorsitzende der Fachvereinigung der Energie-, Immobilien- und Versorgungsgenossenschaften im Genossenschaftsverband – Verband der Regionen. Zudem ist sie Mitglied des Verbandsrats.


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