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Aus dem Verband | Veröffentlicht am 10.06.2021

„Gemeinsam und für uns alle“

GENiAL startet eine Serie über die Mitglieder des Nachhaltigkeitsrates im Genossenschaftsverband. Den Auftakt macht die BEG-58 eG, deren Mitglieder sich aktiv für Klimaschutz einsetzen.

Gegründet wurde die BEG-58 von klimaschutzbewegten Menschen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis, Hagen und umliegenden Städten im Jahr 2010. „Von Anfang an war klar“, so der Vorsitzende Rolf Weber, „die oberste Priorität gehört dem Klimaschutz, als zweites sollen die Aufträge in der Region vergeben werden und es soll sich auch rechnen.“

Die erste Photovoltaik(PV)-Anlage baute die BEG-58 im Oktober 2010 auf eine Schule. „Zwar wurde die Bürgerenergiegenossenschaft anfangs nicht gerade mit Geld überschüttet, hat das ihr zur Verfügung gestellte Geld aber immer sinnvoll eingesetzt und dabei von Anfang an auch die ökonomische Perspektive nicht außer Acht gelassen. Dadurch und durch ihren unermüdlichen Einsatz haben die Aktiven der BEG-58 die Menschen vor Ort von sich, ihrem Ansatz und ihrer Professionalität überzeugt und im Laufe der Jahre immer mehr Kapital eingesammelt und in ökologische Projekte investiert“, lobte Bereichsleiter Christoph Gottwald im Jahre 2018 die Arbeit und Ausrichtung der BEG-58 aus Anlass der Inbetriebnahme der 100. PV-Anlage.

Die Genossenschaft kann heute unter anderem ein umfangreiches Portfolio an Solarstromanlagen, eine Zertifizierung durch den Verein Gemeinwohl-Ökonomie, die Initiierung der „Gemeinschaftsstiftung BürgerEnergie“ zusammen mit der GLS Treuhand Stiftung und als neuesten Clou das „Mitmach-Photovoltaik-Konzept“ vorweisen. Hier unterstützen die Mitglieder der BEG-58 die Solarteur*innen beim Bau der Photovoltaikanlagen. „Nur so können diese noch wirtschaftlich errichtet werden“, so Vorstandsmitglied und Konzept-Initiator Peter Modrei. Durch dieses Angebot des „Mitmachens“ an die Mitglieder stieg die Zahl der unentgeltlich Tätigen von 30 auf 65 Mitglieder.

Wer einen Beitrag zum Klimaschutz und für die Förderung alternativer Energieerzeugung in der Region leisten möchte, ist hier also genau richtig. Auch und gerade vor dem Hintergrund der zentralen Frage, die Rolf Weber bewegt: „Wie viel materieller Wohlstand ist genug? Und wenn Zufriedenheit mit dem materiell erreichten Wohlstand erlangt ist, kann dann auch im industriellen Umfeld unentgeltlich für das Gemeinwohl gearbeitet werden?“ Für sich hat er diese Fragen beantwortet.

2020 wurden ganzjährig 107 Solarstromanlagen betrieben. Zusammen mit 6 weiteren Anlagen, die über das Jahr verteilt dazu kamen, konnte die BEG-58 insgesamt 3.504 Megawattstunden erzeugen. Rechnerisch reicht dies für ca. 1.001 Haushalte. Bei Ersatz von Braunkohlestrom würden 3.879 Tonnen CO2 eingespart. Jeder BEG-58-Anteil in Höhe von 500 Euro entspricht damit einer CO2-Einsparung von 1.327 Kilogramm. Ein weiteres neues Geschäftsfeld auch der BEG-58 ist Stecker-Solar, um auch zum Beispiel Mieter*innen niederschwellig die Teilhabe an der Energiewende zu ermöglichen und diese im öffentlichen Raum breiter sichtbar zu machen. Mögliche weitere Geschäftsfelder sind Windkraftanlagen und e-Carsharing. Als neue Zielgruppe werden „Sozialunternehmen“ mit Gebäudebestand, wie beispielsweise die AWO, angesprochen.

Bewegung für Gemeinwohl-Ökonomie

„Im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens steht das Wohl des Menschen.“ So steht es wörtlich in der Landesverfassung NRW, Artikel 24, Absatz 1. In der Realität steht oftmals die Maximierung von Geld im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens. Dies passt nur eingeschränkt zu den Anliegen der BEG-58. Aus diesem Grund beteiligt sich die BEG-58 an der Gemeinwohl-Ökonomie. Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet ein alternatives Wirtschaftssystem, das auf Gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Gemeinwohl-Ökonomie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene – eine Brücke von Altem zu Neuem.

Auf wirtschaftlicher Ebene ist sie eine (er)lebbare, konkret umsetzbare Alternative für Unternehmen verschiedener Größen und Rechtsformen bis hin zu Universitäten, Kommunen und engagierten Einzelpersonen. Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg – sowie nachhaltige Lebensstile – werden anhand von Gemeinwohl-orientierten Werte definiert und in Punkten gemessen.

Auf politischer Ebene will die Bewegung für eine Gemeinwohl-Ökonomie auch eine Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen bewirken. Aufgrund der erreichten Punktzahl sollen Unternehmen finanzielle Vorteile, wie beispielsweise verbilligte Darlehen erhalten. Ziel dieses Engagements ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und ein gesunder Planet Erde, unterstützt durch ein Gemeinwohl-orientiertes Wirtschaftssystem.

Auf gesellschaftlicher Ebene ist die Bewegung für die Gemeinwohl-Ökonomie eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht.

Die Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie versteht sich als ergebnisoffener, partizipativer und lokal wachsender Prozess mit globaler Ausstrahlung. Zahlreiche Unternehmen, Städte, Gemeinden, Universitäten und Vereine in vielen Ländern auf vier Kontinenten unterstützen die Initiative der Gemeinwohl-Ökonomie bereits. Das Herzstück der Idee ist die Gemeinwohl-Bilanz. 2012 hat die BEG-58 mit der Erstellung einer solchen begonnen. „Neben meiner spannenden beruflichen Tätigkeit als Konzernbetriebsprüferin war und ist dies ein sinnstiftender und erfüllender Zusatz-Blickwinkel für mich“, so die heutige Aufsichtsratsvorsitzende der BEG-58 Beate Petersen, unter deren Federführung der Gemeinwohl-Bericht erstellt wurde. „Bei Ihnen stand nie nur der schnöde Mammon im Fokus, Ihnen geht es um mehr: die Energiewende voranzubringen, aber auch die Menschen von der Notwendigkeit eines Umdenkens zu überzeugen und bei alldem mit gutem Beispiel voranzugehen“, würdigte Bereichsleiter Christoph Gottwald die Arbeit und Ausrichtung der BEG-58.

Hans-Peter Leimbach

Weiterführende Links:
www.beg-58.de
web.ecogood.org/de
www.beg-58.de/mitgliedschaft-in-der-beg-58/gemeinschaftsstiftung-buergerenergie


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