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Im Fokus: Agrargenossenschaften

„Wichtiges Anliegen für mich: genossenschaftliche Erzeugerorganisationen stärken und fördern“

© CDU Rheinland-Pfalz

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sprach mit GENiAL über Nachhaltigkeit, Tierwohl und Klimaschutz in der Landwirtschaft. Außerdem sind Genossenschaften für sie wichtige und unverzichtbare Erzeuger in der Agrarwelt.

Sie sehen „die ländlichen Regionen als die Kraftzentren“, die Sie lebenswert und attraktiv gestalten wollen. Welche konkreten Ideen und Vorhaben sind das?
JULIA KLÖCKNER: Mit meinem Ministerium bin ich auch zuständig für ländliche Räume und verstehe mich als ihre Anwältin. Es geht um die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Viele Dörfer und Kleinstädte sind attraktiv und vital, bieten gute Arbeitsplätze, haben Schulen, Ärzte, Läden. Aber das ist nicht überall so. Leerstand, Abbau von Angeboten und Wegzug der Jungen betreffen viele Regionen und Orte – zu viele. Deshalb lege ich den Fokus darauf, mehr Leben in diese Regionen zu bringen, und helfe, die Daseinsvorsorge auch in der Fläche zu gewährleisten. Etwa, indem wir Maßnahmen finanzschwacher Kommunen zur Dorferneuerung mit bis zu 90 Prozent finanziell unterstützen und den Ausbau von schnellem Internet beschleunigen – wir prüfen eine eigene Infrastrukturgesellschaft für den Mobilfunkausbau. Stärken werde ich das Ehrenamt: Vereinen werden wir in Rechts- und Finanzfragen hauptamtliche Strukturen zur Seite stellen.

Alle müssen ihren Beitrag leisten, sagen Sie: Deshalb sind auch Tierwohl-Label und Lebensmittelampel in vieler Munde. Doch was können diese politischen Vorhaben tatsächlich bewirken?
Es geht um gute Orientierung und Transparenz für die Verbraucher. Aber auch um Einkommenssicherung der Tierhalter. Wir setzen auf ein staatliches, glaubwürdiges Tierwohlkennzeichen, das wie das Bio-Siegel eine Positivkennzeichnung ist für Erzeugnisse, die über dem gesetzlichen Standard liegen. Der Verbraucher erkennt so auf einen Blick, wo mehr Tierwohl drinsteckt – und warum es mehr kostet. Für den Tierhalter ist es ein Vorteil im Wettbewerb. Denn nur wer verbindlich und nachprüfbar höhere Kriterien einhält und so mehr für das Tierwohl tut, darf mit dem Kennzeichen werben. Das macht seine Bedeutung und Glaubwürdigkeit aus.

Im Ernährungsbereich sehen wir, dass immer häufiger zu Fertiggerichten gegriffen wird. Sich ausgewogen zu ernähren und zu- nehmendes Übergewicht, das sind Herausforderungen. Umso wichtiger ist, dass die gesunde Wahl zur einfachen Wahl wird. Als erweitertes Nährwertkennzeichen für die Vorderseite von Lebensmittelverpackungen will ich daher den NutriScore einführen. Die Ergebnisse unserer wissenschaftlich fundierten Verbraucherbeteiligung zeigen, dass dieses Modell von den Bürgerinnen und Bürgern am leichtesten erfasst und verstanden wird, ihnen beim Einkauf die beste Orientierung bietet. Damit habe ich eine valide Entscheidung getroffen in einer Debatte, die seit über einem Jahrzehnt sehr emotional – teils auch polarisierend – geführt wird.

Worauf müssen sich einerseits Verbraucher und andererseits Erzeuger einstellen, wenn Sie als Bundesministerin über „gemeinsames Interesse“ bei diesen Themen sprechen?
Wir brauchen einen neuen Gesellschaftsvertrag – ein neues Landwirtschaftsbewusstsein. Und ein neues Verbraucherbewusstsein. Das heißt, die Landwirtschaft wird überhaupt nicht umhinkommen, nicht nur effizienter, sondern gleichzeitig auch nachhaltiger und ressourcenschonender zu produzieren. Noch mehr auf Tierwohl, Umweltschutz und Artenvielfalt zu achten. Ebenso hat es der Verbraucher in der Hand, welche Wirtschaftsweise er mit seinem Konsum und seinem Geldschein unterstützt. Seinen Forderungen und Erwartungen sollte er eigene Taten folgen lassen. Bauernfamilien können die gestiegenen gesellschaftlichen Erwartungen nicht alleine stemmen. Wir können und müssen bei der Umsetzung helfen – und daraus auch einen Standortvorteil machen.

Welchen Beitrag müssen Land- und Forstwirtschaft beispielsweise beim Thema Klimawandel leisten?
Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, man kann sie nicht nur bei den Bauern abladen. Die Landwirtschaft ist für sieben Prozent der CO2-Emission in Deutschland verantwortlich – andere Sektoren stoßen weit mehr aus. Als einzige Branche können Land- und Forstwirtschaft zudem CO2 binden, in den Ackerböden und Hölzern der Wälder. Mir ist es wichtig, auf diese Relation hinzuweisen. Klar ist: Die Landwirtschaft hat reduziert und muss weiter reduzieren. Dazu habe ich im Klimakabinett zehn konkrete Maßnahmen vorgelegt. Es geht um entsprechende Ackerbodenbehandlungen zur besseren CO2-Speicherung, um weniger Torfabbau oder Wiedervernässung von Mooren, um Energieeinsparungen.

Landwirte haben unter anderem durch die Dürre 2018 und diverse Wetterkapriolen 2019 schwere Monate hinter sich. Wie hilft die Bundesregierung hier weiter?
Deutlich wird, dass sich unsere Landwirte verstärkt auf den Klimawandel einstellen müssen! Sie sind die ersten, die die Auswirkungen unmittelbar spüren, darunter leiden. Als Unternehmer sind sie gefordert, Risikovorsorge zu betreiben. Damit sie das auch können, wollen wir entsprechende Angebote in diesem Bereich ausbauen. Ich setze mich etwa für die Einführung der sogenannten Gewinnglättung ein. Damit fußt die Besteuerung der Einkünfte auf einer dreijährigen Grundlage. So gleichen sich gute und schlechte Jahre aus und finanzielle Mittel werden freigesetzt. Zudem setzen wir uns dafür ein, den Steuersatz für die Elementargefahr „Dürre“ auf 0,03 Prozent der Versicherungssumme abzusenken. Der Bundesfinanzminister hat kürzlich signalisiert, einer solchen Regelung nicht im Wege zu stehen.

Was heißt hierbei gleichzeitig effizienter und nachhaltiger wirtschaften?
Durch Kulturartenvielfalt in seiner Fruchtfolge, durch gezielten Humusaufbau, durch möglichst reduzierte, nicht wendende Bodenbearbeitung und durch die Auswahl möglichst trockenstresstoleranter Sorten kann das erreicht werden. Auch hier lassen wir unsere Bauern nicht allein. Wir erarbeiten Empfehlungen zur gezielten Bewässerung, zu klimastressresistenteren Anpflanzungen, zur Bearbeitung des Bodens, um die Feuchtigkeit länger zu halten. Und auch die Möglichkeiten der Präzisionslandwirtschaft und Digitalisierung helfen, Nachhaltigkeit und Ertragssicherung zusammenzubringen.

In den alten Bundesländern ist die landwirtschaftliche Produktion durch Familienbetriebe geprägt, in den neuen sind es vor allem Zusammenschlüsse in größere Agrargenossenschaften: Wie unterstützt das Ministerium diese Genossenschaften?
Es ist in unser aller Interesse, dass eine flächendeckende, bäuerliche, familiengeführte Landwirtschaft erhalten bleibt. Das gilt unabhängig von der Betriebsgröße und der gewählten Rechtsform. Die genossenschaftlichen Prinzipien der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung sind dabei wichtig für uns als Verbraucher und für uns als Gesellschaft. Es ist für mich ein wichtiges Anliegen, solche Erzeugerorganisationen weiter zu stärken und zu fördern. Dies betrifft zum Beispiel die Bereiche tierartgerechte Stallneu- und -umbauten, Bewässerungseinrichtungen oder Geräte für die Ausbringung von Wirtschaftsdünger. Zudem können Genossenschaften auch Beratungsleistungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, des Tierwohls oder des Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes in Anspruch nehmen. Die Kosten hierfür werden entsprechend gefördert.

Yvonne Reißig


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