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Im Fokus: Agrargenossenschaften | Veröffentlicht am 08.11.2019

Wetterkapriolen – wie wir sie bisher nicht erlebt haben

Steigende Durchschnittstemperaturen, Stürme, Überschwemmungen und lange Trockenzeiten – das alles sind Wetterphänomene, die von der Wissenschaft mit dem Klimawandel direkt in Verbindung gebracht werden. Auch die Landwirtschaft hat unter den Wetterextremen zu leiden. GENiAL interviewte den renommierten Klimaforscher Prof. Dr. Otto Klemm aus Münster.

Wie wirkt sich der globale Klimawandel auf Deutschland aus?
Prof. DR. Otto Klemm: Der Anfang des Klimawandels ist in Deutschland bereits deutlich zu spüren. Am deutlichsten und auch am einfachsten zu belegen ist dies an der Zunahme der durchschnittlichen Temperatur. Diese wirkt sich auf eine Verlängerung der sogenannten Vegetationsperiode sowohl im Frühling als auch im Herbst aus. Die Schneeperioden sind kürzer und die Schneelagen werden weiter in die Höhe wandern. Wohlwollend hat man das häufig als „Mediterranisierung“ unseres Klimas bezeichnet. Aber das klingt allzu sehr nach Urlaub. Wir sind auf die sich rasch verändernden Verhältnisse nicht eingestellt. Die Niederschlagsverhältnisse verschieben sich hin zu trockeneren Sommern und feuchteren Wintern. Die Großwetterlagenstatistik wandelt sich. Wir beobachten häufigere Extremereignisse wie Dürreperioden, aber auch Starkniederschläge mit heftigen Hochwassereignissen. Hitzeperioden wie in den Sommern 2003 und 2018 werden häufiger auftreten.

Wo wird der Klimawandel besonders spürbar?
Spürbar ist er überall, nur durchaus unterschiedlich in den verschiedenen Regionen. So macht sich zum Beispiel in Brandenburg die weitere Abnahme des ohnehin mageren Niederschlags im Sommer deutlich bemerkbar – mit Folgen für die Landwirtschaft und für das Waldbrandrisiko. In Münster (NRW) hat uns das Starkregenereignis 2014 überrascht, es hätte nach Ausfall des Notrufsystems zu einer Katastrophe kommen können. In Ländern wie Bayern und Baden-Württemberg wird sich der Tourismus massiv wandeln: durch Hitze im Sommer, weniger Schnee im Winter, angenehmere Übergangsjahreszeiten. Es gibt hervorragende und ausführliche Analysen dazu im Internet, zum Beispiel auf den Seiten des Umweltbundesamts.

Welchen Anteil hat dabei die Wirtschaft?
Energiewirtschaft und Industrie machen etwa 60 Prozent der Treibhausgasemissionen aus. Aber im Grund ist die Frage zu einfach gestellt. Wie wollen Sie die „Wirtschaft“ von anderen bedeutenden Sektoren wie Verkehr, Gewerbe und Handel oder auch privaten Haushalten abgrenzen? Die Gesellschaft ist extrem eng verwoben. Niemand sollte mit dem Finger auf andere zeigen, da es alles Akteure sind, die zu den Treibhausgasemissionen beitragen, teilweise sogar unwissentlich oder aus der Not heraus. Wir benötigen einen breiten Konsens, uns auf die Reise nach einem nachhaltigen, klimafreundlichen Handeln zu begeben. Die Reise wird spannend sein und uns in vielerlei Hinsicht weiterbringen.

Was könnte und sollte zum Beispiel der Agrarsektor zur Emissionsminderung und Klimaanpassung tun?
Hier muss man zwischen Emissionsminderung und Klimaanpassung unterscheiden, das sind im Grunde zwei ganz unterschiedliche Paar Stiefel. Erst im August 2019 kam der Sonderbericht des Weltklimarats „Klimawandel und Landsysteme“ heraus. Weltweit trägt AFOLU (Ist das nicht ein schönes Wort? Agriculture, Forestry and Other Land Use) 23 Prozent zur Emission von Treibhausgasen bei. Es gibt einige Emissionen zum Beispiel im Nassreisbau, aber auch in der Rinderzucht, die besonders bedeutend sind, weil dort viel von dem besonders wirksamen Treibhausgas Methan emittiert wird. Hier kann viel getan werden. Aber wieder muss ich sagen, dass es ein gesellschaftliches Thema ist. Wenn die Nachfrage nach Rindfleisch und Milch groß ist, werden diese Produkte wohl auch weiter in großen Mengen produziert. Nur, sollte die Gesellschaft dies beim heutigen Kenntnisstand noch subventionieren? Klimaanpassung in der Landwirtschaft bedeutet, sich auf die neuen Bedingungen einzustellen: höheres Dürrerisiko, Sturmrisiko, Erosionsrisiko. Das ist ein ganz anderes Thema.

Hans-Peter Leimbach


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