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Im Fokus: Agrargenossenschaften | Veröffentlicht am 08.11.2019

Es summt + brummt, kreucht + fleucht

© Agrargenossenschaft Guthmannshausen eG

Die Agrar eG Guthmannshausen legt großflächig Bienenweiden an. Auf rund 150 Hektar tummeln sich unzählige Bienen, Hummeln oder Schmetterlinge. Auch Feldhasen, Fasane und Rehe können sich dort zurückziehen. Diese „Greening“-Maßnahme treibt äußerst bunte Blüten.

Blühende (Arten-)Vielfalt ist Trumpf auf den Bienenweiden im Territorium der Agrar eG Guthmannshausen. Auf einer Gesamtfläche von rund 210 Fußballfeldern wächst und sprießt es, um nicht nur Bienen Nahrung zu bieten und ökologische Schützenhilfe zu leisten. „Bis in den Oktober hinein blüht immer etwas“, berichtet Steffen Müller, Vorstand der Agrargenossenschaft in Thüringen. „Es gibt nicht viele Betriebe, die einen so hohen Anteil an Bienenweiden haben wie wir.“ Auf ihnen gedeihen Sonnenblumen, Phacelia, Malven, Wicken, Ringelblumen und Lupinen, genauso wie Saaterbsen und verschiedene Klee-Arten.

Die spezielle Mischung macht’s: Und die sät die Genossenschaft im Frühjahr „als zertifiziertes Bienenweiden-Saatgut“ aus, so Steffen Müller. Allein 15 Kilogramm Saatgut werden pro Hektar eingedrillt, um Umweltschutz und Biodiversität zu fördern. „Das sind nur für Saatkosten, also ohne Arbeitslohn und Maschinen, jährlich 6.000 bis 8.000 Euro, die wir aufbringen“, betont der Vorstand. Auch 2019 entstanden dadurch wichtige Refugien für Wildbienen, Wespen und vielfältige andere Insekten – sowie Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten für das heimische Niederwild. Dafür werden rund 60 Schläge, verteilt über das gesamte Bewirtschaftungsterritorium, bereitgestellt. „Das sind meist kleine Flächen mit einer natürlichen Abgrenzung oder mit einer schlechten Bonität“, so Steffen Müller.

Flächen mit besonderem Umweltnutzen
Bereits seit 2018 legt die Agrar eG Guthmannshausen Bienenweiden an – und weist diese als „Ökologische Vorrangflächen“ (ÖVF) aus. „Damit werden wir den Vorgaben der Europäischen Union gerecht“, erklärt der Vorstand. Landwirtschaftsbetriebe, die Direktzahlungen von der EU bekommen, müssen wegen des sogenannten Greenings Umweltleistungen erfüllen. Diese machen fünf Prozent der Bruttoackerflächen des Betriebes aus. Je nach Wertigkeit der Greening-Maßnahme wird ihr ein Gewichtungsfaktor zugeordnet. „Unsere Bienenweiden haben als Flächen mit besonderem Umweltnutzen den Faktor 1,5“, erläutert Pflanzenbauer Steffen Müller, der seit 19 Jahren im Vorstand der Genossenschaft ist.

Für den Artenschutz in der Region
Auf diese Weise werden vom Unternehmensverbund – der mit seinen fast 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern knapp 4.500 Hektar bewirtschaftet – zirka 150 Hektar als ÖVF vorgehalten. „Das ist unser aktiver Beitrag für Artenschutz in der Region. Auf unseren Bienenweiden kreucht und fleucht es munter“, sagt Steffen Müller. „Wir haben uns ganz bewusst für eine jährliche Neuansaat entschieden; das sorgt für größere Vielfalt der Blüten und Pflanzen.“ Zuvor hatte der Betrieb einen Großteil seiner ÖVF über den Anbau von Erbsen, also Eiweißpflanzen, erbracht. Sich davon allerdings, „da diese laut europäischen Vorgaben nicht mehr mit Pflanzenschutzmittel behandelt werden dürfen“, wieder verabschiedet. „Wir haben einen Versuch auf fünf Hektar gestartet; diese Erbsen konnten wir nicht ernten“, berichtet er. Deshalb hat die Agrargenossenschaft Schläge aus der Produktion genommen und zu Bienenweiden umgewandelt. Die Dürren 2018 und 2019 setzten auch diesen Pflanzen zu, sodass die Blütezeit später und der Blütenstand geringer waren.

Ihre Erfahrung mit Blühflächen ist auch im Umkreis gefragt: als kompetenter Ratgeber. Deshalb wird die Genossenschaft im nächsten Jahr bei der Anlage eines neuen Blühstreifens in einer Nachbargemeinde Unterstützung leisten. „Nachhaltigkeit ist bei allen unseren Aktivitäten ein Thema“, unterstreicht Steffen Müller – gerade in Zeiten des Klima- und Strukturwandels.
Im rund 700 Einwohner zählenden Ort Guthmannshausen ist die Genossenschaft einer der bedeutendsten Arbeitgeber. Ihr Hauptbetätigungsfeld ist der Anbau von Weizen, Braugerste, Zuckerrüben, Raps, Mais und Sonnenblumen. Zudem wird die Vermehrung und Aufbereitung von Saatgut seit mehreren Jahrzehnten im Unternehmen betrieben.

Anja Pieper


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