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Im Fokus: Agrargenossenschaften | Veröffentlicht am 08.11.2019

„Agrargenossenschaften sind keine gesichtslosen Großunternehmen“

Wie die Zukunft der Agrargenossenschaften aussehen kann und soll und was die derzeitige Rolle von Agrargenossenschaften ist, darüber sprach GENiAL mit Marco Schulz, Vorstandsmitglied des Genossenschaftsverbandes.

Welche Zukunft hat die Landwirtschaft und welche Rolle können Agrargenossenschaften da spielen?
MARCO SCHULZ: Die Landwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, gesellschaftliche Forderungen an die Produktionsweisen der Landwirtschaft, volatile Märkte mit meist unzureichenden Preisen, eine schwer kalkulierbare Agrarpolitik und eine zunehmende Regulation mit stetig wachsender Bürokratie. Wir müssen davon ausgehen, dass Wetterextreme, wie wir sie im vergangenen Jahr mit der Dürreperiode erlebt haben, in Zukunft zunehmen werden. Wie alle landwirtschaftlichen Unternehmen sind Agrargenossenschaften stark vom Wetter abhängig. Daher zeigen sie im Übrigen auch eine hohe Bereitschaft, mehr zum Klimaschutz beizutragen.
Bereits heute sind Agrargenossenschaften vielfach aktiv bei der Produktion erneuerbarer Energien aus Sonne und Biogas und setzen sich für Umweltbelange ein. Erst kürzlich wurde eines unserer Mitglieder für seinen Beitrag zum Naturschutz vom WWF ausgezeichnet. Damit die Agrargenossenschaften diesen positiven Weg in Zukunft fortsetzen und eine noch aktivere Rolle beim Klimaschutz einnehmen können, müssen aber ihre Bemühungen und Leistungen, die über den Umwelt- und Klimaschutz hinausgehen, politisch anerkannt und durch gezielte Maßnahmen unterstützt werden. Hierzu zählen beispielsweise die Stärkung des Risikomanagements von Agrargenossenschaften durch die Einführung einer Risikoausgleichsrücklage, eine verbesserte und flächendeckende Breitbandinternetanbindung, damit Smart-Farming-Lösungen zum Einsatz kommen können, oder etwa die Kostenkompensation für weitere Klimaschutzmaßnahmen über einen Agrarklimafonds.

Welche politischen Forderungen erhebt der Genossenschaftsverband für die Agrargenossenschaften?
Zentrale politische Forderung ist die gesellschaftliche und politische Anerkennung der Agrargenossenschaften als kooperative Mehrfamilienunternehmen. Hierfür setzen wir uns im Rahmen einer Neuregelung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und darüber hinaus ein. Die Anerkennung ist wichtig, da Agrargenossenschaften eben keine gesichtslosen Großunternehmen sind, sondern zukunftsweisende Zusammenschlüsse, die für eine nachhaltige Landwirtschaft stehen. Gemeinsam werden Größenvorteile für eine ökonomisch, ökologisch und sozial verträgliche Entwicklung in der Landwirtschaft genutzt. Agrargenossenschaften stehen für die demokratische Beteiligung aller Mitglieder und eine gleichberechtigte Mit-Unternehmerschaft. Da die Vorschläge der EU-Kommission zur zukünftigen GAP und den Direktzahlungen nicht den Besonderheiten von Agrargenossenschaften Rechnung tragen, lehnen wir diese auch kategorisch ab.

Wie bringt der Genossenschaftsverband seine Forderungen beispielsweise zur GAP voran und wie kann er sich mit seiner Meinung durchsetzen?
Indem wir in der politischen Arbeit und unseren Forderungen auch bei langwierigen Prozessen nicht nachlassen und neben unseren eigenen Bemühungen stärker den Schulterschluss mit europäischen Partnern suchen. Zuletzt ist uns das in der Diskussion um die Anerkennung der Besonderheiten von Agrargenossenschaften im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments gelungen. Hier haben sich sowohl der praxisnahe Dialog mit der europäischen Politik als auch die Zusammenarbeit mit Vertretern von Genossenschaften in Italien ausgezahlt. Nicht ganz unwesentlich ist nach wie vor auch die Landespolitik. Mit Blick auf die GAP-Verhandlungen haben wir beispielsweise von der Landesregierung in Thüringen große Bereitschaft zur Unterstützung erfahren.

Die Landwirtschaft hat vor allem in Ostdeutschland mit steigenden Preisen für landwirtschaftliche Flächen zu kämpfen. Wie stehen Sie aktuellen Regulierungsvorhaben gegenüber, die einen weiteren Preisanstieg verhindern sollen?
Als Genossenschaftsverband unterstützen wir grundsätzlich Initiativen zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung in der Landwirtschaft. Grundlage hierzu ist die Erhaltung einer breiten Streuung des Bodeneigentums, zu der die Agrargenossenschaften seit jeher beitragen. Staatliche Eingriffe in den Bodenmarkt sollten immer behutsam vorgenommen werden. Die bisher vorgelegten und diskutierten Modelle von Agrarstrukturgesetzen in verschiedenen Bundesländern haben mich nicht überzeugt. Einschneidende staatliche Eingriffe in Märkte bergen immer die Gefahr kontraproduktiver Folgen.


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