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Corona: Zu den Herausforderungen in der tierischen Veredelung

Die Corona-Pandemie hält viele Bereiche unseres Lebens weiter fest im Griff. Von unseren landwirtschaftlichen Mitgliedern sind hiervon insbesondere die Unternehmen der tierischen Veredelung betroffen.

Grundsätzlich sollten wir in der aktuellen Lage zusammenstehen, auch die Marktteilnehmer der Milchwirtschaft. So ist es zu begrüßen, dass sich der Lebensmitteleinzelhandel nach Blockadeaktionen von Landwirten für die Belange der Bauern offen zeigt. Für viele Landwirte ist die Situation wirtschaftlich nicht einfach, ebenso wenig für die Molkereien und Meiereien. Forderungen nach höheren Auszahlungspreisen gegenüber Molkereien und Meiereien, wie sie in der vorvergangenen Woche während Demonstrationen laut wurden, sind aus Sicht der Milcherzeuger verständlich. Aus meiner Sicht haben wir aktuell eine Corona bedingte Störung des Marktes. Diese äußert sich insbesondere dadurch, dass nach den guten Marktendenzen zu Beginn des Jahres die Absatzmärkte in den asiatischen Ländern auf der einen Seite ihre Importe an Milchprodukten senkten und auf der anderen Seite aufgrund fehlender Transportcontainer die Ware nicht ausreichend verschifft werden konnte. Der dadurch entstandene Überhang wirkte sich preisdämpfend aus. Auch vor dem Hintergrund der aktuellen Preisverhandlungen des Lebensmitteleinzelhandels sind die Preise für die Milcherzeuger unbefriedigend. Die Demonstrationen der vergangenen Wochen führen aber nicht zum gewünschtem Ziel und zur kurzfristigen Umkehrung der Milchauszahlungspreise, da die aktuelle Situation eben auch durch die Coroana-Pandemie verursacht wurde. Gerade in dieser besonderen Situation wollen wir als Genossenschaftsverband weiter für den Dialog und für ein gegenseitiges Verständnis der Marktteilnehmer werben und bekennen uns im Rahmen der Sektorstrategie für eine gemeinsame Branchenkommunikation.

Wenn wir bei der tierischen Veredelung über Marktprobleme im Zuge der Corona-Pandemie sprechen, so blicken die genossenschaftlichen Tierhandels- und Zuchtbetriebe geradewegs in den Abgrund. Die unter dem Begriff „Schweinestau“ bekanntgewordenen Personalengpässe an deutschen Schlachtbetrieben stellen die Branche vor massive Probleme. Der vorhandene Überhang an Schweinen kann aufgrund der Engpässe an den Schlachthöfen nicht ausreichend abgebaut werden. Es werden nicht nur mehr Schweine, sie werden auch immer schwerer und größer. Bis Weihnachten könnte der Überhang bundesweit auf rund eine Million Schweine anwachsen. Über Lösungen wird auch in der Politik viel diskutiert, zuletzt am 27. November zwischen den Landwirtschaftsminister*innen von Bund und Ländern. Um nun schnell und pragmatisch zu helfen, ist es aus meiner Sicht erforderlich, dass über rechtliche Neuerungen – wie dem Verbot von Werksverträgen – zunächst ein Moratorium verhängt und an anderer Stelle – wie Transportbestimmungen ins EU-Ausland – rechtlich gelockert wird, bis sich die Lage in den Betrieben entspannt hat. Zudem gilt es zu prüfen, wie die nutztierhaltenden Betriebe weiter unterstützt werden können. Eine Möglichkeit wäre es, kurzfristig für die längere Verweildauer der Schweine den höheren Futterbedarf zu bezuschussen, Entschädigungen den Betrieben zu zahlen, deren Sauen nicht trächtig werden und Anreize den Betriebsinhabern zu bieten, die ohnehin über eine Aufgabe ihres Betriebes nachdenken und diese jetzt vorziehen.

Zu den akuten Problemen zählt sicherlich auch die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Zwar wurde sie in Deutschland bislang nur bei Wildscheinen, regional in Sachsen und Brandenburg und nicht in den Beitrieben und bei Hausschweinen nachgewiesen. Diese differenzierte Betrachtungsweise wird aber leider nicht von den für den Export so wichtigen Märkten in Asien geteilt. Die Folge sind weiter sinkende Marktpreise. Wenn wir unabhängige Lebensmittelsicherheit für unser Land erhalten und die Arbeitsbedingungen in den Schlachtbetrieben und die Qualität in der Tierhaltung langfristig verbessern wollen, müssen wir uns einmal mehr die Frage stellen, was sind uns die landwirtschaftlichen Produkte, beispielsweise Milch und Schweinefleisch, künftig wert. Mit Blick auf weitere anstehende Änderungen – u.a. dem Umbau der Tierhaltung – müssen Verbraucher und Politik jetzt Farbe bekennen – die Betriebe stehen am Scheideweg.

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WP/StB
Peter Götz
Vorstand
Vorstandsmitglied
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